Mittwoch, 12. September 2012

[Rezension] Bettina Belitz- Linna singt

Bildquelle
Titel: Linna singt
Autor: Bettina Belitz
Genre: Junge Belletristik
Verlag: Script5 (September 2012)
ISBN: 978-3839001394
Gebundene Ausgabe: 508 Seiten
Preis: 18,95 €

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Kurzbeschreibung :

Seit fünf Jahren hat Linna sie nicht mehr gesehen: Maggie, Simon, Jules und Falk, die ehemaligen Mitglieder ihrer Band. Nun treffen sie sich in einer Hütte in den Bergen wieder, um für einen Auftritt zu proben. Linna hatte eigentlich keinen Grund, Maggies Einladung zu folgen, denn was die anderen nicht wissen: Seit damals hat sie keinen Ton gesungen. Doch etwas treibt sie an, sich ihrem alten Leben zu stellen: die Erinnerung an eine Nacht mit Falk, dem Gitarristen. Linna muss sagen, was vor fünf Jahren unausgesprochen blieb, und sie muss hören, ob Falk eine Antwort hat. Bald beginnt die von Anfang an gespannte Atmosphäre zu kippen: Was als zwangloses Wiedersehen geplant war, wird zum zermürbenden Psychospiel, bei dem Linna immer mehr als Lügnerin dasteht. Sie gerät in einen Strudel aus Verdächtigungen, Abhängigkeiten und tragischen Missverständnissen, der sie schließlich zwingt, die Erinnerung an vergangenen Schmerz zuzulassen. Denn dort liegt der Schlüssel zu allem: der Grund dafür, dass Linna nicht mehr singt.
Quelle: Verlag


Über die Autorin:
Bettina Belitz wäre an einem sonnigen Spätsommertag des Jahres 1973 beinahe in einer Heidelberger Bäckerei zur Welt gekommen, ein Umstand, der ihre Leidenschaft für Pflaumenkuchen erklärt. Ihre zweite Leidenschaft ist der Tatsache geschuldet, dass sie zwischen unzähligen Büchern aufwuchs und sich deswegen schon früh in die Magie der Buchstaben verliebte. Lesen alleine genügte ihr bald nicht mehr – nein, es mussten eigene Geschichten aufs Papier fließen. Nach dem Studium arbeitete Bettina Belitz als Journalistin, bis sie ihre (nicht kulinarische) Leidenschaft aus Jugendtagen zum Beruf machte. Heute lebt sie umgeben von Pferden, Schafen, Katzen und Hühnern in einem 400-Seelen-Dorf im Westerwald und lässt sich von der Natur und dem Wetter zu ihren Romanen inspirieren.
Quelle: Verlag


Rezension


Die Geschichte:
Die Geschichte beginnt ruhig an dem Punkt, an dem Linna überlegt, ob sie der Einladung von Maggie folgen soll und nach fünf Jahren, ohne jeglichen Kontakt ihre alte Band treffen und mit ihnen proben möchte. Und das obwohl sie seitdem nicht mehr gesungen hat. Man begleitet sie bei der Entscheidung und folgt ihrem Weg, erst in Jules Haus (einer der Bandmitglieder) und dann in eine einsame Berghütte. Maggie, Jules, Simon, Falk und Linna waren einmal die Band "Linna singt". Zusammen mit Tobi, der ihnen früher bei den Auftritten geholfen hat, wollen sie eigentlich proben. Doch dann kommt alles anders. Die sechs werden auf der Hütte eingeschneit, fernab von anderen Menschen und irgendjemand scheint es auf Linna abgesehen zu haben.

Ich bin bei diesem Buch mehr als zwiegespalten, wie ich es bewerten soll. Beim Lesen war ich dermaßen gefesselt und in die Welt des Buches vertieft. Es war hochspannend, dramatisch und atemberaubend. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht. 

Es gibt wirklich sehr viele dramatische Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet habe. 
Es ist über einen sehr langen Zeitraum ein so großer Spannungsbogen vorhanden, dass ich beim Lesen ganz elektrisiert war. Außerdem gewinnt man einen guten Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele.
Doch wenn ich das Buch aus der Hand gelegt und mehr darüber nachgedacht habe, sind mir sehr viele Kritikpunkte aufgefallen. Diese habe ich beim Lesen wirklich nicht gemerkt und das macht es mir so schwer das Buch zu bewerten.

Mein größter Kritikpunkt ist wohl, dass die ganze Handlung bei näherem Betrachten zu aufgesetzt, zu übertrieben, zu sehr dramatisiert und damit unrealistisch dargestellt ist. Es gibt so viele nicht nachvollziehbare Handlungen der Protagonisten und unrealistischen Vorkommnisse, wie z.B. dass Linna auf der Hütte bleibt, obwohl es anscheinend jemand auf sie abgesehen hat. Dabei hat sie doch teilweise richtig Angst. Dazu kommt, dass das Ende einfach enttäuschend ist. Nach der ganzen Dramatik und Spannung wirkt das Ende eher lasch und langweilig und passt irgendwie gar nicht zum Rest. Dadurch wirkt das Ende eher erzwungen und als wenn Bettina Belitz keine Idee mehr für einen grandiosen Abschluss hatte. Das hat mich bitter enttäuscht.


Da für Linna die Musik sehr wichtig ist, werden immer wieder Lieder und Bands erwähnt um die Geschehnisse zu untermalen. Außerdem beginnt jedes Kapitel mit einem Songtitel eines Liedes von Mike Oldfield. Mike Oldfield ist Linnas Lieblingssänger und sie verbindet immer sehr viel mit den Liedern. Dieser Aspekt hat mir recht gut gefallen, weil die Lieder oft sehr passend gewählt sind.

Die Protagonisten:
Die Protagonisten sind hier eine Sache für sich. Fünf Jugendliche haben zusammen Musik gemacht. Sehen sich nach fünf Jahren wieder und jeder scheint eine dunkle Vergangenheit, ein psychisches Trauma oder sonstige Probleme zu haben. Das wirkt doch sehr überzogen und passt wieder zu dem Punkt, dass hier alles übertrieben dramatisiert wurde. Viele Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar und teils sehr verstörend.
Dabei bleiben einige Protagonisten dennoch blass und unnahbar, wie z.B. Simon über den man nicht viel erfährt.

Linna ist auch ein Fall für sich. Sie ist ganz und gar keine einfache Protagonistin. Einerseits ist sie für andere unnahbar, fühlt sich schnell angegriffen, sieht aber auf ihre ehemaligen Freunde herab und kritisiert sie insgeheim. Sie liebt Konfrontationen und ist oft bissig und gereizt. Kritik kann sie gar nicht gut vertragen, ist sich aber auch ihrer Schönheit bewusst. 
Andererseits hatte sie eine recht schwere Kindheit, was einen Teil ihres Verhaltens noch erklären mag, aber dennoch ist sie wirklich keine sympathische Hauptprotagonistin. Was ich hier aber positiv erwähnen möchte, ist, dass sie auch aus den normalen Schema der Protagonisten, die oft sympathisch und langweilig sind, heraussticht, was sehr erfrischend ist. Und obwohl ich so manches mal meine Probleme mit ihrer Art und ihrem Verhalten hatte, habe ich permanent mit ihr mitgefiebert.
Gut hat mir dann aber auch die Entwicklung von Linna gefallen, denn sie findet nach und nach zu sich und kommt mit sich ins Reine.

Der Schreibstil:
Der Schreibstil ist, wie man an meiner bisherigen Rezension sieht, wohl das beste an dem Buch. Er ist packend, dramatisch, atemberaubend und elektrisierend. Am liebsten möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Dabei ist der Schreibstil einfach gehalten und man kann das Buch sehr zügig lesen.

Die Geschehnisse sind aus Linnas Sicht verfasst (Ich-Perspektive), was einerseits sehr positiv ist, weil man dann hinter Linnas Fassade blicken kann, andererseits hätte ich mir aber des Öfteren einen Perspektivwechsel gewünscht, da man so die Handlungen der anderen Protagonisten nur sehr schwer nachvollziehen kann.

Das Cover/der Buchtitel:
Das Cover finde ich sehr gut, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht mit der Handlung in Verbindung bringen würde. Aber es passt aus zwei Gründen. Es zeigt eine Schneekugel, was zu dem eingeschneit sein passt und es zeigt Schneewittchen. Schneewittchen passt dazu, weil Linna von Falk so genannt wurde.
Der Titel passt sowieso, weil so die Band hieß.

Fazit:
Ich bin bei dem Buch sehr zwiegespalten, da es viele Kritikpunkte für mich gibt. Da diese mir beim Lesen, aber nicht aufgefallen sind und ich sehr gefesselt war, vergebe ich dennoch eine gute Bewertung, auch wenn es mir hier nicht so ganz leicht fällt.


Vielen herzlichen Dank an Literaturschock und dem Script5-Verlag für die Bereitstellung des Buches und die Leserunde auf Literaturschock.





Hintergrundinformationen:
- Hierbei handelt es sich um einen Einzelband.
- Hier findet ihr eine Leseprobe: Klick
- Hier findet ihr die Website von Bettina Belitz: Klick
- Hier findet ihr ein Autoreninterview: Klick


Kommentare:

  1. hey
    danke fürs folgen. ich war sehr gespannt auf die rezi zu linna singt. ich war am überlegen,ob das buch was für mich ist, aber ich denke ich nehme doch abstand davon...

    lg
    summer von schlüsselreiz

    werde jetzt öfter mal hier vorbei klicken :-)

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    1. Huhu Summer, gerne doch und ich würde mich freuen, wenn du öfters hier vorbei schaust. ;)

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