Sonntag, 9. September 2012

[Rezension] Petra Schier- Das Haus in der Löwengasse

Bildquelle
Titel: Das Haus in der Löwengasse
Autor: Petra Schier
Genre: Historischer Roman
Verlag: rororo (September 2012)
ISBN: 978-3499259012
Taschenbuch: 352 Seiten
Preis: 8,99 €

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Kurzbeschreibung:
Nur das Schicksal kennt ihren Weg. Pauline Schmitz ist Waise. Nach dem Tod ihres Onkels auf sich gestellt, findet die junge Frau eine Anstellung als Gouvernante in Bonn. Der Hausherr hat Hintergedanken: Als sich Pauline gegen seine Nachstellungen zur Wehr setzt, steht sie plötzlich auf der Straße – mit nicht mehr, als in einen Koffer passt. Mittellos und ohne Beziehungen droht Pauline das Schlimmste. Dann kommt ihr das Glück zu Hilfe: Der Kölner Textilfabrikant Reuther nimmt sie in seine Dienste. Und er verliebt sich in sie. Doch Julius Reuther braucht eine Frau mit Geld, will er sein Unternehmen retten. Und Pauline muss sich entscheiden: Folgt sie ihrem Herzen und lebt ein Leben als Mätresse im Verborgenen? Oder geht sie ihren eigenen Weg?
Quelle: Verlag

Über die Autorin:

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet mittlerweile als freie Lektorin und Autorin. Schon in ihren ersten beiden Romanen «Tod im Beginenhaus» und «Mord im Dirnenhaus» löste die Apothekerstochter Adelina mit Scharfsinn und Dickköpfigkeit Kriminalfälle im mittelalterlichen Köln.

Quelle: Verlag


Rezension
 
Die Geschichte:
Pauline Schmitz ist Waise und bei ihrem Onkel aufgewachsen. Dieser lässt ihr eine außerordentlich gute Erziehung und Bildung zukommen. Als er überraschend stirbt ist Pauline von jetzt auf gleich auf sich alleine gestellt. Doch sie findet schnell eine gute Anstellung als Gouvernante in Bonn. Doch der Hausherr nimmt sie gegen ihren Willen als ihre Geliebte. Als die Beiden von der Ehefrau entdeckt werden, sitzt Pauline erneut mittellos auf der Straße.
Ihr Weg führt sie weiter nach Köln, wo sie zuerst als Magd angestellt wird. Eines Tages wird der Textilfabrikant Julius Reuther auf sie aufmerksam und bietet ihr eine Stellung als Gouvernante für seine Kinder. Doch scheint mehr dahinter zu stecken, als nur eine Anstellung. So nimmt Paulines Schicksal ihren Lauf.

Die Geschichte beginnt mit Paulines Eintreffen in Köln und man erfährt nach und nach von ihrer schweren Vergangenheit. Der Einstieg ist gut gewählt und man findet sich als Leser direkt im 19. Jahrhundert wieder. Detailgetreue und authentische Beschreibungen machen das Buch zu einem wahren Lesegenuss. 

Die Handlung ist ergreifend und hat mich immer mal wieder überrascht. Ich konnte gar nicht anders, als permanent mit Pauline mitzufiebern und zu hoffen, dass für sie alles gut wird. 
Es wird sehr gut beschrieben, wie schwer es Frauen in der Zeit doch hatten, da sie quasi keinerlei Rechte hatten. Dabei wirken die Geschehnisse zu keiner Zeit überzogen und unglaubhaft. Die Entwicklung von Pauline von der Gouvernante zur einfachen Magd und durch großes Glück wieder zur Gouvernante, halte ich für durchaus vorstellbar.
Dazu wird sehr glaubhaft ihre jeweilige Arbeit geschildert und man bekommt als Leser ein sehr gutes Gefühl für das 19. Jahrhundert.
Die Liebesgeschichte, die in die Gesamthandlung perfekt eingegliedert ist, ist weder kitschig, noch übertrieben beschrieben. Die zarten Annährungsversuche von Pauline und Julius haben auf mich einen ganz besonderen Reiz ausgeübt und ich war beim Lesen sehr gefesselt, da alles sehr einfühlsam beschrieben ist.

Die Protagonisten:   
Pauline ist eine wahnsinnig interessante Protagonistin. Sie ist für ihre Zeit schon überdurchschnittlich gebildet, scheut aber auch nicht vor schwerer Arbeit zurück, um über die Runden zu kommen. Das halte ich für sehr bewundernswert. Dazu weiß sie, wann sie lieber den Mund halten soll und wann sie jemandem die Meinung sagen kann. Ich musste des Öfteren schmunzeln, wenn sie Julius ins Gesicht sagt, was sie stört. Sie kümmert sich so liebevoll um seine Kinder und ist eine starke, intelligente und sympathische Frau. 
Julius ist zuerst etwas undurchsichtig und gibt sich unnahbar und grimmig, entwickelt sich aber durch Pauline sehr und findet sogar wieder einen Draht zu seinen Kindern. Die Entwicklung zu verfolgen, hat mir viel Lesespaß bereitet.
Alle Protagonisten, allen voran Julius Kinder sind wunderbar und authentisch ausgearbeitet. Alle Handlungen halte ich für die damalige Zeit angebracht und die Protagonisten hinterlassen Eindruck bei dem Leser.

Der Schreibstil:  

Der Schreibstil ist einfach gehalten, locker zu lesen und dabei einfühlsam und auch spannend. Dazu wird alles sehr detailliert, aber nicht übertrieben viel beschrieben.

Die Geschichte ist meistens aus der Sicht von Pauline beschrieben, aber es gibt auch Passagen aus der Sicht von Julius (personaler Erzähler). Das hat mir sehr gut gefallen, da ich so beide Protagonisten sehr gut verstehen und noch besser mit ihnen mitfühlen konnte. 


Das Cover/der Buchtitel:
Das Cover ist recht einfach gehalten, passt aber zu einem historischen Roman und der ganzen Geschichte. Ich finde es sehr ansprechend.Der Titel passt auch sehr gut, da Julius Haus sich in der Löwengasse befindet und die Geschehnisse dort einen Großteil der Handlung einnehmen.



Fazit: 
Ich habe zuvor schon lange keinen historischen Roman mehr gelesen, aber dieses Buch hat mich so überzeugt, dass es definitiv nicht mein Letztes war und auch zu Büchern von Petra Schier werde ich bestimmt noch öfters greifen.
Wer historische Bücher oder Bücher von Petra Schier mag, wird um dieses Buch lieben.

Vielen herzlichen Dank an Wir-Lesen für dieses Rezensionsexemplar. 

Hintergrundinformationen:

- Hierbei handelt es sich um einen Einzelband.
- Hier findet ihr eine Leseprobe zu dem Buch: Klick
- Hier findet ihr die Homepage der Autorin: Klick
- Die Autorin bei Facebook findet ihr hier: Klick
- Auf Petra Schiers Homepage kann man auch signierte Bücher bestellen: Klick
  (was ich total super finde)

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