Donnerstag, 3. Januar 2013

[Rezension] S.J. Kincaid- Insignia: Die Weltenspieler

Bildquelle: Verlag
Titel: Insignia- Die Weltenspieler
Originaltitel: Insignia 01
Autor: S.J. Kincaid
Genre: Science Fiction
Verlag: Goldmann (November 2012)
ISBN: 978-3442478347
Taschenbuch: 512 Seiten
Preis: 9,99 €
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Kurzbeschreibung:
Amerika in der nahen Zukunft: Die virtuelle Realität ist Toms große Leidenschaft – und sein einziger Trost in einem ansonsten trostlosen Leben. Bis man ihm überraschend einen Platz im »Spire« anbietet, der Eliteschule des Pentagon. Da die Kriege der Zukunft im Weltall ausgefochten werden, ist man dort stets auf der Suche nach jungen Computergenies, die als virtuelle Weltenspieler das Kommando über die Kampfdrohnen übernehmen können. Tom ist begeistert, erhofft sich Ruhm, Freundschaft und Abenteuer. Noch ahnt er nicht, welchen Preis er, seine neuen Freunde und seine große Liebe dafür bezahlen müssen ...
Quelle: Verlag 


Über die Autorin: 
S.J. Kincaid wurde in Alabama geboren, wuchs in Kalifornien auf und studierte in New Hampshire – doch erst als sie in Schottland direkt nebem einem unheimlichen Friedhof lebte, wurde ihr klar, dass eine Schriftstellerin in ihr steckt. Mittlerweile lebt die Autorin wieder in Chicago. "Die Weltenspieler" ist ihr Debüt und der erste Band der "Insignia"-Trilogie.
Quelle: Verlag
Rezension
 
Die Handlung:
Der vierzehnjährige Tom lebt in der nahen Zukunft. Er liebt es in virtuelle Spiele einzutauchen und verdient für sich und seinen Vater etwas Geld bei Wettspielen. Ansonsten bietet ihm sein Leben nicht viel. Er geht nicht zu einer richtigen Schule und auch in seinem virtuellen Klassenzimmer erscheint er nur sporadisch. Viele Zukunftsperspektiven hat er nicht, doch dann wird alles anders.
Da der dritte Weltkrieg im Weltall geführt wird und dort Kampfdrohnen von jungen Menschen gesteuert werden, ist das Pentagon immer auf der Suche nach begabten Jugendlichen. So bekommt auch Tom einen Platz im "Spire" angeboten, der Eliteschule des Pentagon. Er nutzt die Chance um sein Leben zu verändern, doch noch weiß er nicht, was er alles dafür aufgeben muss.

Die Handlung hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Es gibt einige interessante Ideen, die sehr gut ausgeklügelt sind, wie z.B. Computer die den Menschen ins Gehirn eingepflanzt werden. 
Der Einstieg ist mir dabei sehr leicht gefallen. Man bekommt als Leser erst einmal einen Einblick in Toms Leben und dann erst folgen nach und nach Informationen zu der Welt in der Tom lebt.
Leider gab es nach dem wunderbaren Einstieg einige Passagen die sich für mich in die Länge gezogen haben. Es gibt sehr viele politische und geschichtliche Informationen, die zwar gut zusammenhängen, mich aber irgendwann gelangweilt haben. Zum Glück geht es nach diesen Informationen, spannend und rasant weiter, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Dazu gibt es einige medizinische Aspekte, die ich völlig faszinierend finde und die gut recherchiert sind.
Das ganze Gesellschaftssystem in dem Tom lebt ist gut durchdacht, detailliert ausgearbeitet und bietet einige Überraschungen.  
Die Handlung ist selten vorraussehbar und auch das Ende hat mich in der Form sehr überrascht. Dabei sind mehrere Handlungsstränge perfekt aufeinander abgestimmt.
Besonders gut haben mir einige sehr humorvolle Stellen gefallen, bei denen Tom mit seinem besten Freund Vik so einiges anstellt. Bei solchen Stellen hat man das Gefühl, dass es sich um ein ganz normales Internatsbuch handelt, doch dem ist nicht so. "Insignia" bietet so einiges mehr.
Man merkt zwar, dass es erst der erste Band einer Trilogie ist, aber dennoch bietet sie einen zufriedenstellenden Abschluss und ich bin gespannt, was mich im zweiten Band erwartet.

Die Protagonisten:   
Tom ist mir von der ersten Seite an sympathisch gewesen. Er hatte es im Leben nicht leicht. Sein Vater ist ein Trinker und seine Mutter hat ihn verlassen. Freunde hat er erst im Spire gefunden. Dennoch bleibt er optimistisch und macht aus seinem Leben das Beste. Er hat seine Fehler und ist keineswegs perfekt, aber gerade das macht ihn zu einem liebenswerten und authentischen Protagonisten.
Toms Freunde Vik, Yuri und Wyatt sind faszinierende Protagonisten, die zu mancher Überraschung führen. Jeder Protagonist ist hier sehr speziell und oft weiß man nicht, ob einem die Protagonisten nun sympatisch sind oder doch nicht. Doch gerade das macht für mich hier den Reiz aus, denn so möchte man mehr über die Protagonisten erfahren, die sehr vielschichtig und auf den ersten Blick nicht zu durchschauen sind.

Der Schreibstil:  
Der Schreibstil ist zu Beginn etwas schwierig. Es gibt gerade bei den politischen und geschichtlichen Zusammenhängen einige verschachtelte Sätze, so dass ich diese mehrmals lesen musste, um die Zusammenhänge zu verstehen. Doch nach dem ersten Drittel legt sich das und das restliche Buch ist einfach und locker geschrieben. Selbst Fremdwörter sind so geschickt in die normalen Sätze eingebaut, dass alles leicht zu verstehen ist. Dazu schreibt S.J. Kincaid sehr fesselnd, so dass ich gar nicht anders konnte, als mit Tom und seinen Freunden mitzufiebern.
Die Handlung wird die meiste Zeit aus der Sicht von Tom geschildert (personaler Erzähler), was hier sehr gut gelungen ist. 

Das Cover/der Buchtitel:
Das Cover ist völlig nach meinem Geschmack, obwohl es auch etwas irreführend ist. Es verbindet auf einem Bick die Erde mit dem Weltall, was gut passt, dennoch hätte ich dahinter eine andere Handlung vermutet.
Der Titel "Insignia" wurde vom Original übernommen, was ich gut finde, obwohl ich den deutschen Zusatz "Die Weltenspieler" besser nachvollziehen kann. Bisher weiß ich nicht so recht, was sich hinter dem Namen "Insignia" verbirgt, aber vielleicht kommt das noch im nächsten Band.

Fazit: 

"Insignia" ist ein gelungener Science-Fiction-Roman, mit tollen Protagonisten und einer ausgeklügelten Handlung, die sich nur an sehr wenigen Stellen in die Länge zieht. S.J. Kincaid hat eine eindruckvolle Welt mit tollen Ideen erschaffen. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der solche Bücher gerne liest. Aber auch Neueinsteiger in dem Bereich sollten einen Blick riskieren.
Vielen herzlichen Dank an LovelyBooks und dem Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar und die Leserunde an der ich teilnehmen durfte.


Meine Meinung in Stichpunkten:
- Protagonisten: vielschichtig, authentisch, sympathisch, mit Fehlern
- Handlung: fesselnd, faszinierend, interessant, gut durchdacht, humorvoll, überraschend, mit einigen wenigen langweiligen Stellen
- Schreibstil: zuerst etwas schwierig, dann locker, leicht, fesselnd, Fremdwörter sind gut eingebunden,
aus Toms Sicht geschrieben
- Lesenswert? Auf jeden Fall!

Hintergrundinformationen zum Buch/Autor:
- Hierbei handelt es sich um den ersten Band einer Trilogie.
- Eine Leseprobe findet ihr hier: Klick
- Hier findet ihr die Homepage der Autorin: Klick
 

Kommentare:

  1. Ich hätte nicht gedacht, das mir das Buch gefällt, aber ich habe dem Buch auch 4 Sterne gegeben. Ich war auch bei der Leserunde dabei und es ist ein echt lesenswertes Buch :)

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    1. Ich lese ja hin und wieder gerne solche Bücher, aber Insignia gehört doch zu meinen liebsten, auch wenn mir nicht alles gefallen hat. ;)
      PS: Freut mich, dass du zu meinem Blog gefunden hast. ^-^

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