Donnerstag, 31. Januar 2013

[Rezension] "Æthermagie" von Susanne Gerdom

Bildquelle: Verlag
Titel: Æthermagie
Autor: Susanne Gerdom
Genre: Steampunk
Verlag: Ueberreuter (September 2012)

ISBN: 978-3800056866
Gebundene Ausgabe: 446 Seiten 
Preis: 16,95 €

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Kurzbeschreibung:
Die junge Baronesse Kato von Mayenburg lebt in einer vom Krieg zerrissenen Welt, in der alles von der magischen Energie, dem Æther, abhängt. Sie kommt dem düsteren Geheimnis der Elementare auf die Spur, die den Æther, für die Menschen produzieren müssen und von diesen in unwürdiger Knechtschaft gehalten werden. Auf der Flucht vor der Geheimpolizei verschlägt es sie in die geheime Abteilung D der Kaiserlichen Irrenanstalt am Brünnlfeld. Wer ist der Drahtzieher hinter den grausamen Versuchen an Irrenhausinsassen? Während sie ihr altes Leben hinter sich lässt, begegnet Kato den Brüdern Milan, der kaiserlichen Prinzessin, einer illustren Geheimgesellschaft in der Kanalisation unter Wien, einem zwielichtigen Nervenarzt und dem Zeit und Raum manipulierenden Professor Tiez? Der weitaus harmloser wirkt, als er in Wirklichkeit ist.
Quelle: Verlag

Über die Autorin: 

Susanne Gerdom, 1958 geboren, ist am Niederrhein in Rheinhausen aufgewachsen, wo sie auch zur Schule ging. Nach einer Buchhandelslehre beschäftigte sie sich mit dem Theater und verbrachte einige Jahre als Schauspielerin und Regisseurin in Düsseldorf. Später begann sie, Fantasy und Science Fiction zu schreiben. Sie lebt und arbeitet seit 2008 wieder am linken Niederrhein.
Quelle: Verlag



 
Die Handlung:
Kato, die Tochter des Barons von Mayenburg, lebt in Wien zur Zeit des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs. Wien befindet sich im Krieg mit den sogenannten Engeln, die gegen die Ausbeutung der Elementarwesen sind. Diese Wesen werden von den Menschen eingesperrt und erleiden Schmerzen, sorgen aber durch Æther auch für Licht, Wärme und Energie und werden als Waffe missbraucht. 
Kato gehört zu den wenigen Menschen, die die Elementarwesen sehen, den sogenannten Sensitiven. Doch diese Fähigkeit bringt sie in Gefahr und auf einmal wird sie verfolgt und muss ihr bisheriges Leben hinter sich lassen. Sie landet in Brünnlfeld, einer Irrenanstalt und sieht schreckliche Experimente und nach und nach kommt sie hinter die Geheimnisse der Elementarwesen.

Meine Meinung:
Der Einstieg in Æthermagie ist nicht der Leichteste. Das hat zwei Gründe.  
Der erste Grund ist, dass ich zuerst ein paar Probleme mit den Namen hatte, da die einzelnen Protagonisten mal mit Spitznamen, mal mit dem Vornamen, mal mit dem Nachnamen und mal mit dem Titel angesprochen wurden. Das ist zwar immer sehr zutreffend und passend, hat mich aber zwischendurch verwirrt.
Der zweite Grund ist, dass ich die einige Kapitel brauchte um die Zusammenhänge der Welt in der das Buch spielt zu verstehen, denn gerade die Idee der Ætherwesen war zuerst nicht so leicht zu verstehen.

Doch nachdem diese beiden Punkte überwunden waren, habe ich das Buch geliebt. Besonders gefällt mir dir Originalität der Handlung, denn hier erlebt man als Leser etwas, dass man so noch nicht gelesen hat.
Susanne Gerdom hat sich zudem viel mit dem Thema Irrenanstalt beschäftigt, was man in dem Buch einfach merkt. Zwar gibt es dadurch einige Stellen, die nichts für zarte Gemüter sind, aber dennoch sind vor allem die Experimente der Irrenanstalt nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern alles wirkt gut recherchiert und bietet einen authentischen Rahmen für die Handlung.
"Æthermagie" wird zwar dem Genre Steampunk zugeordnet, aber ich kann jedem versichern, dass man das Buch auch gut lesen kann, wenn man das Genre so gar nicht leiden kann. Susanne Gerdom geht bei den technischen und steampunktypischen Aspekten nicht zu sehr ins Detail und verbindet es mit tollen Fantasyelementen. Diese Mischung konnte mich direkt überzeugen.
Zudem gibt es sehr viele überraschende Wendungen und spannende Momente, so dass das Lesen zum wahren Vergnügen wird. Susanne Gerdom versteht es den Leser in die Irre zu führen, so dass man nie weiß, was als nächstes passiert. Ich liebe solche unberechenbaren Bücher.
Das Buch zeigt insgesamt eine eher düstere Grundstimmung, was viel an den Experimenten der Irrenanstalt liegt. Aber diese düstere Grundstimmung passt zu der Handlung, alles andere würde kein so gutes Gesamtbild ergeben. 
Dabei ist das Buch sehr atmosphärisch und entführt den Leser in eine ganz eigene Welt, aus der es schwer ist wieder aufzutauchen. Es ist alles sehr detailliert beschrieben und vor allem die Beschreibungen der Elementarwesen, haben es mir angetan.
Das Buch ist in sich abgeschlossen, auch wenn das Ende viele Fragen offen lässt und den Leser neugierig auf den zweiten Band macht.

Die Protagonisten:   
Die Protagonisten sind mit das Beste an dem ganzen Buch. Sie haben ihren ganz eigenen Charme und bieten so viele verschiedenen Facetten, dass man oft nicht weiß, was hinter den Protagonisten steckt.
So wurde ich sehr oft überrascht und musste oft meine Einschätzungen zu den Personen ändern.
Dabei sind nicht nur die drei Hauptprotagonisten Kato, Katalin und Shenja überzeugend ausgearbeitet, sondern auch alle Nebenprotagonisten. Alle Protagonisten zeigen eine Tiefgründigkeit, die man so nur selten liest.
Vor allem Kato ist mir hier richtig ans Herz gewachsen. Sie ist dickköpfig und geht ihren eigenen Weg. Sie ist nicht die einfachste Protagonistin, aber hat ihren ganz eigenen Reiz. 
 
Der Schreibstil:  
Der Schreibstil ist wie für Susanne Gerdom typisch sehr gut zu lesen. Hier hat sie den Stil von der Sprache und Wortwahl an die Zeit in der das Buch spielt angepasst, was mir sehr gut gefallen hat. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten, was aber weniger am Schreibtil lag, sondern an den Namen und dem Inhalt, ist es sehr schnell und einfach zu lesen. Die Erklärungen sind so gewählt, dass man der Handlung gut folgen kann. Alles ist sehr bildhaft, fesselnd, emotionsreich und einfach fantastisch geschrieben.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert und zwar aus den der drei Hauptprotagonisten Kato, Katalin und Shenja (personaler Erzähler), was gut zu der Handlung passt und dem Leser alle drei Protagonisten näher bringt.
  
Das Cover/der Buchtitel:
Das Cover gefällt mir an sich echt gut. Das Mädchen zeigt einen so herausfordernen Blick, wie ich ihn mir bei Kato gut vorstellen könnte. Allerdings passt es eher weniger zu der düsteren Grundstimmung des Buches.
Der Titel dagegen passt vortrefflich.


Fazit: 
"Æthermagie" ist ein Buch, was nicht nur Steampunk-Fans begeistern dürfte. Hier wird Steampunk mit Fantasy verbunden und kann durch facettenreiche und tiefgründige Protagonisten, überraschenden Wendungen und einer originellen Handlung überzeugen.
Einzig der Einsteig gehört nicht zu den Leichtesten.


Vielen herzlichen Dank an Susanne Gerdom, dem Ueberreuter Verlag und Leserunden.de für die tolle Leserunde und das Rezensionsexemplar.

Hintergrundinformationen
- Hierbei handelt es sich um den ersten Band einer Dilogie.
- Hier findet ihr eine Leseprobe: Klick
- Susanne Gerdom hat eine eigene Homepage: Klick 
- Sie hat bisher schon 13 Bücher veröffentlicht und schreibt mittlerweile für vier Verlage. 
- Sie hat auch Bücher unter den Pseudonymen: Frances G. Hill,  Franziska Hille und Julian Frost veröffentlicht.

Kommentare:

  1. Hallo Mandy,

    aha, auch bei der LR dabei gewesen. Nun es sind, aber mittlerweile schon viert Verlage und auch entsprechende Zweit/dritt Namen unter denen sie ihre Romane veröffentlicht.

    Schön, dass Du die Rezi hier gleich eingestellt hast auf Deinem Blog, dass wird Susanne sicherlich freuen.

    LG..Karin...

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    1. Hi Karin,
      danke für den Hinweis. Ich habe mich nur an dem orientiert, was auf Susannes Homepage steht. Ich ändere das sofort.
      LG

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  2. Hallo Mandy,

    kein Thema, bei Susanne muss man halt immer auf neue Namen/Verlage gefasst sein, breites grinsen.

    Du warst doch auch bei der LR mit dabei, auf diesem Blog bekommst Du sofort mit was es neues gibt....

    LG..Karin...

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  3. Hallo Mandy,

    noch eine andere Sache hast Du schon meine Mail wegen dem Gewinnspiel "Radioactive" bekommen. Ich bin da immer etwas vorsichtig mit meiner Mail-Adresse und dem Einstellen im Internet.

    Schönen Samstag und LG..Karin...

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  4. Huhu Karin.
    Ja, die Mail habe ich bekommen.
    Durch die Leserunde habe ich ja auch erfahren, dass Susanne hinter Julian Frost steckt. Hatte ein bisschen den Überblick verloren. ;)
    Aber ich werde auch bei der neuen Leserunde dabei sein.
    LG

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  5. Hallo Mandy,

    Danke war schon etwas in Sorge, wenn ich dann doch das riesigen Glück hätte zu gewinnen..und Du könntest mich nicht erreichen.Nicht zu denken oder? Hi, hi, wird wahrscheinlich ohnehin nichts, aber ich gebe ich Hoffnung nicht auf.

    Der Krimi-Geschichte? Cool, dann lesen wir uns auf alle Fälle, starone bin ich und Du?

    LG..Karin...

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    1. Jup, "Das Haus am Abgrund". Ich habe die Leserunde zwar immer erst übersehen, aber nun gespeichert.
      Ich heiße da (wie auch überall sonst) Kanya. ;)
      LG

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  6. Hallo Du,

    O.K. Du bist das mit dem netten kleinen schwarzen Katzenbaby!!

    Also bis dann in einer LR.

    LG..starone..

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    1. Huhu,
      genau die bin ich. ;)
      Ich freue mich schon.

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  7. Hallo, ihr Lieben ... nicht nur ihr verliert den Überblick, was Pseudonyme angeht. :-)
    Danke für die schöne Rezension und die Veröffentlichung auf deinem Blog! Wir lesen uns am Abgrund! :-)

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    1. Hi Susanne,
      schön, dass du dich auf meinem Blog verlaufen hast. ;)
      Gerne habe ich die Rezi hier veröffentlicht und ich freue mich schon sehr auf die nächste Leserunde.

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    2. Hallo Mandy,

      ja wirklich eine nette Sache, dass die Susanne hier mal vorbei geschaut hat.
      Wie gesagt ist halt auch immer für eine Überraschung gut, die Gute!

      LG..Karin...

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