Freitag, 26. April 2013

[Löchert die Autoren] Interview mit Nicole C. Vosseler

Hallo ihr Lieben, 
bei meiner letzten Fragerunde zu "Löchert die Autoren" sind einige Fragen zusammen gekommen.

Nicole hat sich meiner Meinung nach total viel Mühe mit der Beantwortung gegeben und herausgekommen ist ein sehr ausführliches und tolles Interview.
Dafür bedanke ich mich bei Nicole und wünsche euch ganz viel Spaß. ;)




©Jörg Brochhausen
1)Wie bist du zum Schreiben gekommen? Wie wurdest du als Autorin entdeckt?

Ich fand es schon als Kind faszinierend, dass es Menschen gibt, die all die Geschichten schreiben, die sich zwischen Buchdeckeln befinden – und weil ich mir schon immer für mein Leben gern Geschichten ausdachte, war für mich relativ früh klar: Das will ich auch mal machen!

Meine ersten eigenen Schreibversuche bestanden aus Gedichten und Kurzgeschichten, weil mir solche Texte zu verfassen anfangs leichter vorkam als einen ganzen Roman bewältigen zu wollen. Aber so richtig glücklich war ich damit nicht, es fühlte sich nicht an wie „meins“. Also experimentierte ich mit Romananfängen, Skizzen und einzelnen Kapiteln herum, bis ich mich mit knapp dreiundzwanzig an den ersten „richtigen“ Roman setzte und auch tatsächlich in den folgenden Jahren fertigschrieb.

Nach mehreren vergeblichen Anläufen, das Manuskript an den Verlag zu bringen, hatte ich eigentlich schon die Hoffnung aufgegeben, es jemals veröffentlicht zu sehen. Sobald ich dann aber durch meine heutige Agentur vertreten wurde, ging es recht schnell: knapp fünf Monate, bis der Buchvertrag unterschrieben war. Über die Zusammenarbeit mit meinem Agenten kam dann ein Buchprojekt zum anderen – und ich rutschte fast nahtlos von der Uni in das Autorendasein.



2)Hast du irgendein Vorbild?

Vorbilder im weiteren Sinne sind für mich Margaret Mitchell und M.M. Kaye für die meisterhafte Mischung aus Fakten und Fiktion in ihren Romanen. A.S. Byatt für ihre Ausdruckskraft und die Vielschichtigkeit ihrer Bücher. Und immer wieder E.M. Forster für seine Sprache und Menschenkenntnis.



3)War das erste Buch schwer zu schreiben, oder wusstest du genau was du schreiben wolltest?

Auf eine Art war das erste Buch tatsächlich unglaublich schwer zu schreiben, weil ich noch überhaupt keine Erfahrung mit dem Romanschreiben hatte, nur mit Gedichten und Kurzgeschichten und anderen Texten, die man eben so im Lauf der Jahre verfasst. Andererseits war es auch sehr leicht, es zu schreiben, weil ja erst mal nichts davon abhing. Ich schrieb dieses Buch lange Zeit einfach nur so, für mich, aus Neugierde und Experimentierfreude, und für meine beste Freundin, die parallel zum Schreiben mitlas. Und weil es die gut dokumentierte erste Weltumsegelung von Captain Cook zum Thema hatte, hatte ich auch einen starken roten Faden aus historisch verbürgten Fakten und Geschehnissen, an dem ich mich entlanghangeln konnte.

Eigentlich denke ich von jedem neuen Buch, das ich schreibe, dass das jetzt das schwierigste sei - und dasjenige mit den größten Herausforderungen, von denen ich nie sicher weiß, ob ich sie wirklich meistern kann.



4)Wie hat sich dein Leben verändert, seitdem du Bücher veröffentlichst?

Eigentlich erstaunlich wenig. Ich wohne immer noch in demselben schnuckeligen kleinen Apartment wie Studentenzeiten, und statt im Büro meine Brötchen zu verdienen wie damals, als ich noch studierte und nebenher schrieb, stemme ich hier zusätzlich zum Romanschreiben die Büroarbeiten, die zum Autorendasein eben auch dazugehören. Denn bei aller Kreativität ist das nun mal eine ganz normale Freiberuflerexistenz mit allerlei Papier- und Verwaltungskram.

Was sich jedoch deutlich verändert hat: Ich habe jetzt das Gefühl, angekommen zu sein, in dem Leben, das ich mir immer gewünscht hatte, in dem Beruf, in dem ich rundum glücklich bin. Und das empfinde ich als ganz großes Geschenk.



5)Wie entscheidet man, welchem Genre man sich beim Schreiben zuwenden wird. Wie hast du das entschieden?

Für mich war es einfach die logische Folge daraus, dass ich von der Vergangenheit unglaublich fasziniert bin – und von dem, was sie uns zu erzählen hat. Ich habe Orte, an denen die Vergangenheit noch lebendig ist, schon immer genauso geliebt wie Bücher über frühere Zeiten, ganz gleich, ob Romane, Sachbücher oder Biographien. Wobei meine große Liebe immer das 19. Jahrhundert war; am liebsten wäre ich in Gemälde und Fotos aus jener Zeit hineingekrochen. Ich habe mir immer eine Zeitmaschine gewünscht, um in die Vergangenheit zu reisen und sie mit allen meinen Sinnen erleben zu können. Leider ist das (noch?) nicht möglich – aber trotzdem in jener Epoche zu „leben“, indem ich einen Roman darüber schreibe, ist eine ganz gute Alternative.

Trotzdem hatte ich Lust, mal etwas ganz anderes zu schreiben. Etwas, das in der Gegenwart spielt, eine durch und durch realistische All-Age-Geschichte, in die sich ein Fantasy-Element fast wie selbstverständlich hineinwebt – und daraus wurde „In dieser ganz besonderen Nacht“. Das ist ein Mix, mit dem ich mich sehr wohl gefühlt habe, und ich freue mich riesig darauf, demnächst nochmal etwas in dieser Richtung zu machen.



6)Kannst du dir vorstellen, dich einmal ganz anderen Genres zu widmen?

Ja, auf jeden Fall! Von der Vergangenheit zu erzählen wird immer eine ganz große Liebe von mir bleiben, aber ich möchte durchaus auch mal neue Wege gehen. Mit „In dieser ganz besonderen Nacht“ habe ich das auch getan. Zwar insgesamt mein drittes Jugend- bzw. All-Age-Buch, aber mein erster Roman, der nicht historisch ist, dafür einen Fantasy-Touch hat. Und ich trage durchaus noch ein paar Ideen mit mir herum, die in ein wieder anderes Genre gehören.



7)Welches ist dein Lieblingsgenre in der Literatur?

Ich lese komplett querbeet. Vorwiegend Zeitgenössisches in seiner ganzen Bandbreite, aber auch mal Klassiker, unheimlich gerne Jugendbücher, dann und wann ein Kinderbuch, und ab und zu muss es ein richtig blutiger Thriller sein. Die einzigen beiden Genres, um die ich konsequent einen Bogen mache, weil sie mich so gar nicht reizen, sind High Fantasy und Sci-Fi.



8)Gab es mal eine richtig große Krise bzw. Schreibblockade in deinem Leben?

Ja, unmittelbar nach meinem ersten veröffentlichten Buch. Wie bestimmt viele Anfängerautoren hoffte ich auf den großen Durchbruch gleich mit dem ersten Werk, und als dieser nicht nur ausblieb, sondern ich dazu noch einige heftige Verrisse einstecken musste, fiel ich in ein tiefes Loch. Ich schrieb einige Zeit überhaupt nicht mehr und kümmerte mich um mein Studium, bis es mich dann doch wieder packte, einen weiteren Roman anzufangen, zumal mich mein Agent auch dazu ermunterte.

Mein erstes Buch war zwar alles andere als ein Durchbruch – aber es ebnete auf jeden Fall den Weg für das zweite und alle nachfolgenden.



9)Wie lange braucht man um ein Buch zu schreiben und wie gehst du dabei vor? Eher systematisch oder schreibst du einfach wild drauflos/bist ein Chaot?

Ich find’s immer ungeheuer schwer, die Zeit, die insgesamt in einem Roman steckt, genauer zu beziffern. Weil ich immer schon für das nächste oder übernächste Buch recherchiere, während ich noch am aktuellen Manuskript schreibe. Ein großer Teil der Vorarbeiten, sei es Recherche oder das Bebrüten der Romanhandlung, läuft meistens schon ein oder zwei Jahre (oder noch länger), bevor ich dann in die intensive Recherchephase gehe und schließlich schreibe. Die eigentliche Schreib-Zeit liegt je nach Buch ungefähr zwischen sechs und zwölf Monaten.

Einerseits bin ich eine Tagträumerin und dazu noch eine furchtbare Trödelliese, gleichzeitig aber ein sehr ordentlicher und durchstrukturierter Mensch. Ich liebe es, zu planen, Listen zu erstellen, Notizzettel zu schreiben und Diagramme zu zeichnen – und ganz ähnlich verhält es sich bei mir mit dem Schreiben.

Ich plane die Handlung eines Romans immer schon recht genau im Voraus, beschäftigte mich intensiv mit den Personen, verfasse ihre Lebensläufe und kurze Biographien / Charakterskizzen, bastle ein Zeitraster und entwerfe vorab schon einige zentrale Szenen. Das ist das Grundgerüst, von dem aus ich mich dann in die Geschichte stürze und mich ihr blind überlasse. Ab da lasse ich dann der Kreativität freien Lauf – und lasse es auch zu, wenn sich ein Charakter nicht so entwickelt, wie ich das im Sinn hatte oder etwas Unvorhergesehenes in der Geschichte passiert. Und das passiert zuverlässig, jedes Mal.



10)Wie sieht dein Schreibtisch dementsprechend aus, ordentlich oder chaotisch?

Abgesehen davon, dass eine Menge dekorativer Krimskrams herumsteht und meistens etliche Post-Its neben dem Laptop kleben, ist mein Schreibtisch immer super-ordentlich. Wenn ich Feierabend mache, räume ich alles, was ich während der Arbeit an Recherchematerial und Notizen neben mir liegen habe, auf und verstaue es an seinem Platz.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: in der Endphase eines jeden Romans, die meist die letzten vier bis sechs Wochen ausmacht, habe ich dazu keinen Nerv mehr. Da wird dann alles einfach ausgebreitet und liegengelassen, bis sich auf, unter und neben dem Schreibtisch ein Wust an aufgeschlagenen Büchern, Kopien und Notizzetteln ausgebreitet und aufgetürmt hat. Mit einem Wort: Chaos pur!
Und nach dem letzten Satz eines Romans wird dann erst mal kräftig Ordnung gemacht…



11)Hast du feste "Schreibzeiten"? So wie bei einem Bürojob, oder schreibst du immer dann, wenn dir etwas zu der Story einfällt?

Ich habe tatsächlich ganz fixe Schreibzeiten: Punkt 15 Uhr sitze ich schreib-bereit hier am Schreibtisch und arbeite mit kleinen Pausen bis etwa 1 Uhr nachts, wenn’s gut läuft, auch mal länger. Gerade in der Endphase eines Romans fast immer „open end“ und nicht selten auch am Wochenende.

Natürlich gibt’s immer mal Phasen, in denen nichts vorwärts geht, da muss ich dann geduldig sein. Oder ich habe im vorangegangenen Text eine falsche Abzweigung genommen oder etwas darin ist schief … Dann klopfe ich die entsprechenden Passagen so lange ab, bis ich den Haken gefunden habe und es danach weitergehen kann. Und manchmal muss ich auch akzeptieren, dass ich eine kleine Pause brauche; dann mache ich einfach früher Feierabend und setze mich erst am nächsten Tag wieder an das Manuskript.
Aber die überwiegende Zeit bin ich pünktlich hier am Schreibtisch mit der geöffneten Textdatei. Denn ich bin überzeugt, dass die Muse auf jeden Fall vorbeischaut, wenn man ihr signalisiert: ich bin hier und warte auf dich, von mir aus kann’s für heute losgehen.



12)Denkst du dir zuerst den Titel und dann die Geschichte dazu aus, oder umgekehrt?

Ich brauche tatsächlich immer einen Arbeitstitel für mein Buch, bevor ich zu schreiben anfange; das ist so eine Macke von mir, dass ich erst loslegen kann, wenn ich diesen Arbeitstitel habe - plus meistens noch einen liebevollen Spitznamen für mein Buch.

Allerdings ist der Arbeitstitel in der Regel nicht der, der später auf dem Cover steht. Der Titel muss nicht nur zum Buch als solches passen, sondern auch bestimmte Marketingaspekte berücksichtigen. Und da gibt es dann jedes Mal im Lauf der Arbeit an einem Buch ein heftiges Brainstorming vom jeweiligen Verlag und mir, bis wir einen Titel gefunden haben, der uns allen gefällt und von dem wir auch überzeugt sind, dass er sich gut auf dem fertigen Buch macht.



13)Bist Du ein sehr romantischer und abenteuerlustiger Mensch? Denn viele deiner Romane spielen außerhalb Europas? Was mich schon etwas darauf schließen lässt oder?

Ich weiß gar nicht, ob ich so sehr Romantikerin bin … Manchmal bestimmt. Auf jeden Fall ist meine persönliche Vorstellung von Romantik sehr viel leiser, bodenständiger und auch pragmatischer als in meinen Büchern, in denen es ja immer sehr dramatisch zugeht.

Ganz ähnlich verhält es sich mit der Abenteuerlust. Ich habe in meinem Leben schon ziemlich viele verrückte Dinge gemacht und erlebt und auch schon wilde Zeiten gehabt; heute mag ich’s ganz gerne ruhig und beschaulich. Was sicher auch mit dem Schreiben zu tun hat, das für mich Alleinsein und Stille braucht. Zumindest die meiste Zeit: Einmal im Jahr muss ich ganz einfach zu einer weiten Reise aufbrechen, und da gibt’s Abenteuer eigentlich immer automatisch mit dazu. Ich suche das Abenteuer nicht von mir aus – aber es findet mich trotzdem immer wieder, und das genieße ich dann auch in vollen Zügen.

Was definitiv auf mich zutrifft: dass ich mir ständig neue Herausforderungen suche, mal kleine, mal große; ich muss immer wieder meine eigenen Grenzen austesten und manchmal überschreiten. Da bin ich ein kleiner Adrenalinjunkie – und ich bin süchtig nach hohen Geschwindigkeiten: je schneller, desto glücksberauschter.



14)Hast du selber schon mal die Orte/Gegenden bereist von denen Du in deinen Romanen so schreibst? Und was lässt Dich immer wieder solche Orte für Deine Romane auswählen?

Teilweise habe ich das, ja; so war ich zum Beispiel in Nordafrika und Indonesien, und zuletzt in den USA.

Mich reizt es, den Zusammenprall verschiedener Kulturen anhand einer Romanhandlung zu studieren und dann auch zu schildern, dabei Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Konflikte herauszuarbeiten – und dafür ist die Zeit des Kolonialismus, vor allem die Blütezeit des Britischen Empire, wie geschaffen. Außerdem fühle ich mich von epischen, dramatischen Stoffen angezogen, die sich an Schauplätzen mit extremen Kontrasten abspielen - und die finde ich wesentlich häufiger in fernen Ländern als bei uns in Europa.



15)Hast du ein bestimmtes Lieblingsland oder eine Lieblingsstadt?

Puh, schwierige Frage. Ich liebe fast alle Länder, in denen ich bisher war, auf eine ganz bestimmte Weise und würde jederzeit gerne wieder hin. Aber so rein persönlich bin ich am liebsten in den USA. Dort fühle ich mich einfach rundum wohl, das ist ganz und gar „meins“. Und nach Konstanz ist definitiv San Francisco meine Lieblingsstadt, dicht gefolgt von Kairo.



16)Reist du selbst sehr viel oder liest du dir das Wissen über die fremden Länder, über die du schreibst, an?

Reisen gehören für mich manchmal zur Vorbereitung auf einen Roman dazu, aber nicht immer, vor allem nicht immer zwingend an die Originalschauplätze. Ich will die Orte, an denen eine Geschichte angesiedelt ist, nicht so schildern, wie ich, ein Mensch des 21. Jahrhunderts, sie heute sehe und wahrnehme, sondern aus der Sicht der Menschen, die damals vor Ort waren. Deren Wahrnehmung ist mir wichtig – nicht so sehr meine eigene. Alte Reiseberichte sind mir deshalb dafür die wertvollste Quelle, Briefe und Tagebücher, Karten, Pläne, Zeichnungen und Photographien aus der entsprechenden Zeit.

Ganz anders verhält es sich mit meinem jüngsten Buch „In dieser ganz besonderen Nacht“, das in der Gegenwart spielt. Da hätte ich mir nicht vorstellen können, es zu schreiben, ohne selbst jeden der beschriebenen Schauplätze in San Francisco besucht zu haben.

Unabhängig davon reise ich tatsächlich sehr gerne; einmal im Jahr muss ich einfach meinen Koffer packen und wegfliegen, je weiter, desto besser. Und in den letzten Jahren war es so, dass ich von jeder Reise mindestens eine neue Romanidee mitgebracht habe …



17)Wodurch lässt du dich zu den Storys inspirieren? Hast du so etwas wie eine Muse oder etwas was dich stets motiviert?

Jede Romanidee hat ihre ganz eigene Geschichte - und braucht auch ihre eigene Zeit. Bei manchen Ideen dauert es Jahre, bis daraus ein konkretes Exposé für ein Buch wird; andere Ideen benötigen dafür nur Monate oder noch weniger. Ich sammle alles an spannenden Ideen, was mir so über den Weg läuft und bewahre sie in einer Art Mini-Archiv auf. Ständig kommen neue hinzu, aus Filmen, Büchern Zeitungsartikeln, aus dem Leben gegriffen oder von einer Reise mitgebracht. Und manche Ideen sind von einer Sekunde zur nächsten einfach da, buchstäblich wie aus heiterem Himmel. Sternstündig!

Motiviert bin ich immer durch die Geschichte, an der ich gerade schreibe. Ich verbringe gern meine Tage mit meinen Romancharakteren in ihrer jeweiligen Welt und liebe es, ganz darin abzutauchen. Und mich motiviert auch, nach der eigentlichen Schreib-Zeit eines jeden Arbeitstages meiner Lust an der Spurensuche nachzugehen, indem ich für andere Romanideen recherchiere und ganz spielerisch gedanklich daran herumbastle.



18)Hast du schon Ideen für weitere Bücher?

Ja, jede Menge! Sozusagen eine ganze Schublade voll.

Ganz unterschiedliche Sachen sind dabei, sowohl für die reine Erwachsenen-Belletristik als auch im Bereich All-Age, alles Herzensprojekte, die ich unbedingt einmal machen möchte. Bei manchen habe ich selbst das Gefühl, dass ich noch in sie reinwachsen muss, für andere ist es gerade keine gute Zeit auf dem Buchmarkt.
Aber ich hatte bisher immer das unwahrscheinliche Glück, dass die Ideen, die mir ganz stark am Herzen lagen und für die ich mich auch bereit fühlte, meinen Verlagen auf Anhieb gefielen – und darauf hoffe ich jetzt einfach mal weiterhin …



19)Was verbindest du mit dem Cover von „Unter dem Safranmond“ (der Gewinnspielausgabe)?

Ich liebe dieses Cover sehr, weil es nicht nur die Farben und die Stimmung der Wüste einfängt und ihre Weite, ich fast schon den sonnendurchglühten Sand und die staubige Luft riechen kann – sondern weil die Karte, die im oberen Teil durchschimmert, mich so sehr an Richard Francis Burton und seine Reisen erinnert. Und das lässt mir das Herz ganz automatisch höher schlagen.



20)Ist Safranmond eine spezielle Bezeichnung für etwas oder selbst erfunden...und wenn ja, wie kommt man zu so einem Begriff?

Im Englischen gibt es den Begriff des „saffron moon“ häufiger, ein Mond, der gelb wie Safran ist, und immer hat das auch einen Bezug zum Orient bzw. zu Indien.

Dieser Titel hat eine ganz nette Vorgeschichte. Eine liebe Autorenkollegin und Freundin von mir hatte spontan die Idee zu „etwas mit Safranmond“, als wir über verschiedene Titelvorschläge für dieses Buch sprachen und ich diverse Kombinationen aus Farben, Gewürzen, Himmelskörpern und Wasweißichnochalles ausprobierte. Und ohne dass meine Lektorin davon wusste, machte sie kurz darauf den Vorschlag, das Buch doch „Unter dem Safranmond“ zu nennen. Das war ein Zeichen, eindeutig!



21)Das Cover von „Unter dem Safranmond“ ist sehr schön, hast darüber entschieden und erstellt oder war das das Werk eines anderen? Und wie sieht das generell mit den Covern aus?

Das Cover wurde vom Verlag in Auftrag gegeben und von einer Agentur angefertigt; da es sich um eine Sonderausgabe handelt, hatte ich darauf keinen Einfluss. Was aber ganz und gar nichts macht, denn ich find’s auch superschön.

Ganz ähnlich verhält es sich mit Covern für Lizenzausgaben, z.B. bei Weltbild oder Clubausgaben bei Bertelsmann, da muss ich mich überraschen lassen, und genauso bei den fremdsprachigen Ausgaben im Ausland. Wobei ich da eigentlich immer Glück hatte und fast ausnahmslos ganz tolle Cover auf meine Bücher kamen.

Sonst ist es so, dass entweder ein Gestalter im Verlag das Cover designt oder eine spezielle Agentur damit beauftragt wird, und wenn alle im Verlag damit einverstanden sind, bekomme ich den Entwurf vorgelegt. Falls ich das Cover ganz furchtbar finde, dürfte ich prinzipiell ein Veto einlegen – und genauso darf ich Änderungswünsche anbringen. Was aber in der Praxis nur ein einziges Mal vorkam, eine Kleinigkeit, die für das Original-Cover zum Safranmond geändert werden musste, damit es für mich optimal rüberkam.



Kommentare:

  1. Hallo Mandy,

    herzlichen Dank erst einmal für die tolle Beantwortung der dieses Mal doch wirklich vielen Fragen an Nicole C. Vossler.

    Hihi, meine Frage war die 13.

    Bin gespannt, wer als nächstes kommt.

    Schönes Wochenende und LG..Karin..

    PS: Das Rosen/Blumendekor + neuer Anfangszeile gefällt mir.

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    1. Das freut mich, danke. :D Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende.

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