Donnerstag, 13. Juni 2013

[Rezension] Anika Beer- Wenn die Nacht in Scherben fällt

Die Coverrechte liegen beim Verlag: Klick
 Du möchtest das Buch kaufen? Bei Amazon: Klick Beim Verlag: Klick 

Nele kann seitdem sie denken kann ihre Träume verändern und kontrollieren. Doch dann wird alles anders, sie zieht von München nach Erfeld und als wäre das nicht schlimm genug, verändern sich ihre Träume. Sie trifft dort einen seltsamen jungen Mann mit dem Namen Seth, den sie nicht selber erschaffen hat. Dieser fasziniert sie, auch wenn sie ihn unheimlich findet.
Nachdem Nele sich in ihrer neuen Heimat mit dem Jungen Jari anfreundet und ihm nach und nach vertraut, verschwindet dieser und nur Nele kann ihn wiederfinden.

Nachdem mir das Buch „Als die schwarzen Feen kamen“ sehr gut gefallen hat, war ich schon sehr neugierig auf Anika Beers neues Werk.

Die Idee hinter dem Ganzen finde ich sehr, sehr schön. Das Buch befasst sich mit dem Thema Träume und wie die Traumwelt und das Träumen an sich funktioniert. Die Idee, dass es Wächter über die Träume gibt und die Grundhandlung sind sehr vielversprechend. Dabei gefällt mir besonders, dass Anika Beer hier etwas völlig Neues und Eigenständiges erschaffen hat.
Leider fehlt es mir insgesamt etwas an Spannung. Neben wirklich traumhaften und tollen Szenen, zieht sich die Geschichte stellenweise doch etwas, da einfach nicht viel passiert.
Man lernt zu Beginn Nele kennen, die sich in ihrer neuen Heimat zurechtfinden muss und sich zum ersten Mal verliebt. Zwischendurch gibt es ihre Traumszenen, die teilweise etwas verwirrend sind.
Die ganzen Zusammenhänge werden dem Leser erst nach und nach klar.

Nele als Hauptprotagonistin hat mir dagegen außerordentlich gut gefallen. Sie ist nicht, wie jedes andere Mädchen, hat wild gefärbte Haare und einen eher eigenwilligen Kleidungsstil, was völlig nach meinem Geschmack ist. Ich finde es immer wieder erfrischend, wenn es in einem Buch nicht diese typischen Protagonisten gibt, sondern außergewöhnliche, die vor allem dadurch Sympathien beim Lesen wecken.
Auch Jari hat mit gut gefallen, auch wenn ich seine Handlungen stellenweise nicht ganz nachvollziehen konnte. Er hat familiäre Probleme und versucht diese vor anderen geheim zu halten. Nach und nach bekommt er Vertrauen zu Nele und deren Beziehung entwickelt sich realistisch und es hat mir Spaß gemacht beide kennenzulernen.
Seth dagegen hat mich durchweg verwirrt. Er ist geheimnisvoll und irgendwie faszinierend. Von Beginn an, war er mir unsympathisch, obwohl ich nicht mal genau sagen kann, woran das liegt. Er hat die insgesamt seichte Handlung, aber etwas aufgefrischt und für ein paar Überraschungen gesorgt.
Alle Protagonisten sind liebevoll und authentisch ausgearbeitet, haben ihre Ecken und Kanten und bereichern die Handlung ungemein.

Der Schreibstil von Anika Beer ist gewohnt traumhaft und sehr atmosphärisch. Sie beschreibt die Traumwelt sehr detailliert, aber nicht übertrieben viel, so dass man sich alles gut vorstellen kann. Das ganze Buch ist leicht und locker zu lesen. Es tauchen immer wieder verschiedene Abschnitte auf, in denen die Geschehnisse in der Traumwelt und die Geschehnisse in der Realität beschrieben werden. Dazu gibt es verschiedene Perspektivwechsel, so dass die Handlung hauptsächlich aus Neles, Jaris und Seths Sicht (personaler Erzähler) geschildert wird und man als Leser einen guten Gesamteinblick bekommt. Dennoch haben mir einige Erklärungen gefehlt, da ich zwischendurch wirklich etwas verwirrt war und mir nicht sicher war, ob ich alles richtig verstanden haben.

Gegen Ende nimmt die seichte Handlung deutlich an Fahrt auf und wird spannend und zugleich mehr als interessant. Das Ende ist für mich das Highlight des Buches, auch wenn ich mir noch ein Zusatzkapitel gewünscht hätte, da viele Fragen offen bleiben.
Wer bei „Wenn die Nacht in Scherben fällt" ein durchweg spannendes Buch erwartet, dürfte enttäuscht sein. Die Handlung ist insgesamt eher seicht, trumpft aber durch eine traumhafte Atmosphäre, einer wundervollen Hauptprotagonistin und einer neuen Idee auf. Insgesamt hat es mir gut gefallen, auch wenn es nicht an „Als die schwarzen Feen kamen“ heranreicht.


- Hierbei handelt es sich um einen Einzelband.
- Es ist das zweite Jugendbuch von Anika Beer, ihr erstes "Als die schwarzen Feen kamen" ist ebenfalls beim cbj-Verlag erschienen: Klick
- Hier findet ihr eine Leseprobe zu "Wenn die Nacht in Scherben fällt": Klick
- Über Anika Beer erfahrt ihr hier mehr: Klick
- Ihre Homepage ist hier zu finden: Klick

Kommentare:

  1. Hallo Mandy,

    interessant jemand der seine Träume selber verändern kann, ich bin schon froh wenn ich mich morgens an meine Träume noch erinnern kann oder überhaupt was nettes träume, hihi.

    LG..Karin...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Karin,
      ja, das dachte ich mir auch. Neles Fähigkeit ist so genial, weil sie immer was schönes Träumen kann und sich nicht mir Albträumen quält. ;)
      LG

      Löschen
  2. Hallöchen Mandy,

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. allein schon deshalb, weil es um das Träumen geht.
    Sowas hab ich vorher noch nie gelesen.
    (Dazu trägt auch bei, dass ich auch gerne klarträumen würde, aber das ist mir bisher erst zweimal gelungen...)
    Ich fand es außerdem gar nicht erst am Ende spannend, der Moment, in dem klar wird, dass Seth Jari einfach in der Traumwelt versinken lässt, hat mich halb umgebracht =)
    Allerdings finde ich es wie du schade, dass kein Zusatzkapitel mehr kommt.
    Was ist mit Jaris Problemen? Was ist mit Svea, Charlotte und Aylin? Wie gehen die anderen mit der Situation um?
    Ist danach alles wie vorher? Irgendwie bleiben mir da zu viele Fragen offen (such wenn mir gerade nicht mehr alle einfallen, die ich hatte)
    Gruß emion

    AntwortenLöschen