Dienstag, 30. Juli 2013

[Rezension] Catherine Fisher- Incarceron: Fliehen heißt sterben

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Finn ist seitdem er denken kann ein Gefangener in Incarceron, einem Gefängnis, aus dem es kein Entkommen gibt. Es ist riesig und trifft eigene Entscheidungen. Doch er hat seltsame Träume und Visionen von der Außenwelt und so ist er der festen Überzeugung, dass er nicht im Gefängnis geboren ist.
Claudia dagegen lebt außerhalb des Gefängnisses und sie denkt, dass Incarceron das Paradies ist. Sie weiß nicht, wie grausam und schrecklich es wirklich ist. Nur ihr Vater, der Hüter Incarcerons weiß die Wahrheit.
Eines Tages findet Finn einen seltsamen Schlüssel und beschließt aus Incarceron zu fliehen. Doch das scheint ein unmögliches Unterfangen zu sein, denn Incarceron lässt niemanden entkommen.

Das Buch ist mir zuerst durch das wunderschön gestaltete Cover aufgefallen und manchmal lasse ich mich alleine dadurch zu einem Buch hinreißen. Der Klappentext hat mich aber auch direkt interessiert.
Meine Meinung ist nun nach dem Lesen sehr zwiegespalten, denn es gibt für mich viele positive, aber auch einige negative Kritikpunkte, die ich euch nun im Folgenden schildern werde.

Die Idee und das Setting des Buches finde ich sehr originell und es hat mich direkt angesprochen. Alleine das Gefängnis, was düster und lebendig ist und in dem Generationen von Menschen aufgewachsen sind, die dort leben, wie in einem ganz eigenem Land, mit Städten und Herrschern, hat es mir angetan. Die Idee ist neu und sehr originell. In Incarceron gibt es wahnsinnig viel zu entdecken.
Aber auch die Welt in der Claudia lebt finde ich interessant. Allerdings habe ich einen deutlich schwierigeren Zugang zu ihrer Welt außerhalb Incarceron gefunden. Diese Welt lebt nach strikten Regeln, wirkt auf den ersten Blick eher, als wenn es in der Vergangenheit spielt. Doch dann tauchen immer wieder wissenschaftliche Errungenschaften auf, die eigentlich gar nicht benutzt werden dürfen. Dadurch ist mir der Einstieg ins Buch auch etwas schwer gefallen. Die ganzen Zusammenhänge, wie die Welt entstanden ist, in der Claudia lebt, fehlen mir. Erklärungen gibt es nur wenige, denn man erfährt nur, dass es einen Krieg gab und es seitdem einen König gibt. Hier hätte ich mir mehr Erklärungen und Hintergründe gewünscht und das ist auch mein Hauptkritikpunkt. Die ganze Idee hat so viel mehr Potential, als wirklich genutzt wurde.
Die Erklärungen rundum Incarceron habe ich dagegen als ausreichend empfunden.

Zu Beginn spielen sich die beiden Handlungsstränge rund um Finn und Claudia nur getrennt voneinander ab und erst später treten die Beiden in Kontakt, was ich nicht weiter schlimm finde, es aber anders erwartet habe. Catherine Fisher ist es wunderbar gelungen die beiden Handlungsstränge später zu verknüpfen.

Zuerst lernt man Finn und Claudia kennen. Dabei ist Finn für mich der interessantere Protagonist von den Beiden, denn er ist vielschichtig. Zusammen mit seinem Eidbruder Keiro geht er durch dick und dünn. Als er den Schlüssel findet, versucht er mit Keiro und zwei anderen Begleitern zu fliehen. Dabei gibt es immer wieder Überraschungen für Finn und auch den Leser.
Claudia ist eigentlich eine ziemlich langweilige Protagonistin, zu der ich zuerst nur schwer Zugang gefunden habe. Sie ist behütet und reich aufgewachsen und soll einmal Königin werden, aber dennoch möchte sie mehr über Incarceron erfahren und nach und nach wird sie für mich interessanter, denn man merkt, dass sie mit ihrem Leben nicht glücklich ist und etwas ändern möchte. Sie ist definitiv eine sympathische Protagonistin, die im Nachhinein doch mehr Tiefe zeigt, als ich zuerst dachte.
Besonders herausgestochen haben einige der Nebenprotagonisten, die schon anders als erwartet sind und sehr prägnant dargestellt sind.

Der Schreibstil passt sich sehr gut den verschiedenen Welten an, sodass ein stimmiges Ganzes entsteht. Dabei schreibt Catherine Fisher sehr atmosphärisch und leicht und locker, sodass ich das Buch trotz seiner Mängel sehr schnell durchgelesen habe. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Finn und Claudia (personaler Erzähler) geschildert, sodass man beide bei ihren unterschiedlichen Abenteuern begleitet. Die Passagen aus Finns Sicht haben mir persönlich aber besser gefallen.

Spannung baut sich erst nach und nach auf, aber vor allem gegen Ende kann das Buch durch Einfallsreichtum und überraschenden Wendungen überzeugen. Das Ende ist ziemlich offen und macht Lust auf den zweiten Band.

Catherine Fisher hat mit "Incarceron" eine innovative und neuartige Welt erschaffen, die großes Potential hat, aber für meinen Geschmack zu viele Fragen offen lässt. Dennoch konnte mich das Buch durch tolle Ideen und überraschenden Wendungen die meiste Zeit fesseln.

  • Hierbei handelt es sich um den 1. Band einer Dilogie.
  • Band 2 ("Sappique") ist im Original schon erschienen.
  • Hier findest du eine Leseprobe zu Band 1: Klick
  • Über die Autorin erfährst du hier mehr: Klick
  • Die Homepage der Autorin ist hier zu finden: Klick

Kommentare:

  1. Eine tolle Rezi.

    Auch wenn es ja doch einige Kritikpunkte an dem Buch gibt, scheint es ja doch alles in allem solide zu sein. Und wenn es trotzdem neugierig macht, wirst du dann auch weiterlesen?

    Bei mir steht das Buch weiterhin auf der WL. Mal sehen, wann ich es dann lese. :)

    LG
    Lilly

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    1. Danke, liebe Lilly. *-*
      Ich werde es auf jeden Fall weiterlesen, wenn die Kurzbeschreibung passt. Das Ende fand ich echt gut und nachdem ich endlich in die Gehschichte reingefunden habe, kann der 2. Band (hoffentlich) eigentlich nur gut werden.
      Wenn du es lesen wirst, wünsche ich dir ganz viel Spaß damit. ;)
      LG
      Mandy

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  2. Hallo Mandy,

    das Buch möchte ich auch noch lesen. Der Klappentext und auch das Cover haben mich dabei von Anfang an angesprochen. Zu schade, dass die nötigen Informationen zum Verständnis fehlen - so etwas kann ich auch nicht leiden. Mh, na ich hoffe, es wird mich nicht allzu enttäuschen...

    Lieben Gruß
    Steffi

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    1. Hi Steffi,
      ich drücke dir die Daumen, dass es dir besser gefällt. Band 2 fand ich besser. ;)
      An sich ist die Idee dahinter auch ziemlich cool.
      Liebe Grüße
      Mandy

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