Montag, 28. Oktober 2013

[Blogtour] Die Drachensaga von Pia Hepke - Tag 13 - Leseprobe zu Band 2


Heute ist es soweit und ich darf euch herzlich zu der Blogtour zu Der Drachensaga von Pia Hepke begrüßen.
Gestern gab es schon im Rahmen der Blogtour die erste Rezension zu dem zweiten Band der Tetralogie "Das Geheimnis des Feuers" bei Manjas Buchregal zu lesen.

Morgen wird es dann auch bei mir eine Rezension zu dem Band geben.

Heute darf ich euch allerdings erst mal eine Leseprobe zu dem zweiten Band zeigen, die Dianas Begegnung mit Taran, dem dritten Drachen im Bunde, beschreibt.

Für die unter euch, die diese nicht lesen wollen, habe ich die Leseprobe aufgenommen und auch, wenn es mich viele Nerven gekostet hat, hier ist die von mir gesprochene Leseprobe. ;)
(Bitte ignoriert es, wenn sich was komisch anhört, das war mein erstes Mal xD)

Weiter unten erfahrt ihr alles zu dem Gewinnspiel, denn es gibt auch tolle Gewinne!



Leseprobe Band 2

Kapitel 5

Aus zwei mach drei


… Adrian schloss die Tür auf und ich trat so vorsichtig ein, wie man wohl die Höhle eines Löwen betreten hätte. Obwohl das hier eher dem Hort eines Drachen entsprach – na gut, dem Hort von drei Drachen.
Vielleicht fühlte ich mich einfach nur so unbehaglich, weil ich zuerst dem Drachen Taran begegnet war. Bisher war es immer andersherum gewesen.
Jason und Adrian hatte ich als Menschen kennengelernt und erst später erfahren, dass sie Drachen waren. Aber Taran hatte ich sofort als Drachen gesehen und die menschliche Form verglich ich die ganze Zeit über mit dem roten Drachen, den ich gesehen hatte.
Wir gingen weiter ins Wohnzimmer und dabei fiel mir auf, dass ich bisher kaum etwas anderes vom Haus gesehen hatte außer dem Flur und diesem Raum. Adrians Zimmer kannte ich überhaupt nicht, er meines allerdings auch nicht.
Wir waren gerade durch die Tür getreten, als ich den Jungen in einer Ecke des Raumes erkannte. Groß und mit dunkler Haut und schwarzen Haaren stand er da. Die Haare waren so lang, dass sie ihm beinahe bis zu den Schultern reichten, und wirkten irgendwie wild. Dieser Eindruck wurde noch dadurch verstärkt, dass es mir nun möglich war, das helle Aufblitzen von gestern zuzuordnen.
Es war eine Art weißer Reißzahn, der an seinem rechten Ohr hing.
Taran wandte sich um und ich konnte endlich seine Augen sehen. Zweifellos waren sie ebenfalls grün, aber diesem Grün wohnte so viel Schwarz inne, dass es sich beinahe in ihm verlor. Aus einer größeren Entfernung hätte ich schwören können, dass sie vollkommen schwarz waren, aber je näher man an ihn herankam – nicht, dass ich Wert darauf gelegt hätte –, desto mehr Grün konnte man in den dunklen Tiefen ausmachen.
Wenn ich nicht gewusst hätte, dass er Adrians und Jasons Halbbruder war, dann wäre ich nie darauf gekommen. Bis auf das bisschen Grün in seinen Augen konnte ich keinerlei Gemeinsamkeit erkennen.
„Aha, du bist also Diana!“ Seine Stimme jagte mir einen eisigen Schauer über den Rücken. Sie war kalt und trotzdem glaubte ich die Hitze spüren zu können, die er ausstrahlte. Ich war nicht in der Lage, zu antworten.
„Und wahrscheinlich fühlst du dich jetzt gaaanz toll, weil du unser Geheimnis kennst, nicht wahr? Weil du etwas weißt, was andere nicht wissen. Mensch!“ Seine Abneigung mir gegenüber war fast körperlich spürbar. Sein Ton schneidend scharf. Ich zuckte unwillkürlich zurück. Ich hatte nicht erwartet, dass er gleich so auf mich losgehen würde.
„Lass das, Taran! Sie hat dir nichts getan!“ Adrian stellte sich schützend vor mich.
„Oh doch! Sie kennt unser Geheimnis, sie ist ein Risiko und damit eine Gefahr!“ Adrian gegenüber war sein Tonfall nicht anders, ich glaubte sogar, dass er noch eine Spur schärfer wurde.
„Ich würde nie …“, setzte ich zögernd an, doch Taran wischte meinen Einwand mit einer Handbewegung wie eine lästige Fliege beiseite.
„Dein Wort hat hier keinerlei Bedeutung. Und selbst wenn, Menschen sind dumm. Du könntest dich einfach verplappern.“ Sein Blick streifte mich. Seine Augen waren verengt und um seinen Mund spielte ein überlegenes Lächeln.
So hatte ich mir das aber ganz und gar nicht vorgestellt. Natürlich war mir klar gewesen, dass er meine Existenz nicht unbedingt begrüßen würde. Aber schließlich hatte er doch darauf bestanden, mich treffen zu wollen. Musste er mich dann hier so fertigmachen?
„Als wenn mir irgendjemand eine solche Geschichte glauben würde“, versuchte ich immer noch, ihn davon zu überzeugen, dass ich kein so großes Risiko darstellte, wie er dachte.
„Damit hast du wahrscheinlich recht. Menschen sind so gut darin, Dinge zu ignorieren, die sich genau vor ihrer Nase abspielen. Übrigens, die Erde ist keine Scheibe“, setzte er noch geringschätzig hinzu.
„So?“ Meine Stimme zitterte leicht, ich wurde langsam ernsthaft wütend.
„Und wie ignorant bist du eigentlich?!“ Ich trat energisch hinter Adrian hervor, der bis dahin immer noch wie eine Schutzwand vor mir gestanden hatte. Taran sah mich nun interessiert an, ebenso wie Adrian. Ich begann am ganzen Körper zu zittern vor Wut. Was bildete sich dieser überhebliche DRACHE eigentlich ein?
Tat so altklug und hatte selber keine Ahnung. Wusste nicht, was ich durchgemacht hatte. Ich war in einem Wald von lauter Flammen umgeben gewesen, eine Klippe hinuntergestürzt und da sollte ich vor so einem kleinen Wichtigtuer Angst haben?
„Du hast natürlich vollkommen recht, die Erde ist keine Scheibe. Und soll ich dir noch etwas sagen? Die Erde ist sogar rund. Und das wissen wir Menschen so genau, weil wir die Erde schon seit einigen Jahren aus dem Weltall betrachten. Und sicherlich ist dir auch entgangen, dass einige von uns Menschen bereits auf dem Mond waren. Was, soweit es mir bekannt ist, von euch Drachen niemand behaupten kann“, schoss ich zurück. Wenn er so ein albernes Spiel spielen wollte, dann bitteschön. Aber er konnte nicht erwarten, dass ich mich hier in aller Ruhe zum Affen machen lassen würde, ohne mich zur Wehr zu setzen. Ich würde mich nicht folgsam hinter Adrians Rücken verkriechen und mich von ihm verteidigen lassen. Entschlossen machte ich noch einen Schritt auf meinen Provokateur zu.
Taran sah mich nur weiterhin interessiert und mittlerweile auch etwas verwundert an. Es war ihm deutlich anzumerken, dass er nicht erwartet hatte, dass ich mich wehren würde.
„Und falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte, weise ich dich mit dem größten Vergnügen darauf hin, dass du gerade eine menschliche Gestalt hast“, gab ich ihm den Gnadenstoß. Ich ließ mir ja vieles gefallen, aber von einem fehlgeleiteten Drachen ließ ich mich mit Sicherheit nicht vorführen.
„Wieso nehmt ihr eigentlich menschliche Gestalt, unsere Gestalt, an und versteckt euch möglichst unauffällig unter uns, wenn ihr doch so viel schlauer und intelligenter seid? Wieso versteckt ihr euch überhaupt?!“ Dass ich gerade nicht nur Taran angriff, sondern man mein Gerede auch auf Adrian und Jason beziehen konnte, fiel mir in dem Moment gar nicht auf.
Tarans Gesichtsausdruck hatte sich, während ich redete, zunehmend verändert.
Er knurrte drohend und es hatte den Anschein, als würde er im nächsten Moment die Zähne fletschen. Adrian legte mir warnend die Hand auf die Schulter, um mich zurückzuhalten. Ich ignorierte ihn und schüttelte seine Hand brüsk ab, als ich noch einen weiteren Schritt auf Taran zu machte.
„Hör auf, dir über andere einfach ein Urteil zu bilden, bevor du denjenigen überhaupt kennengelernt hast. Niemand ist gleich und jeder sollte das Recht haben, erst dann von seinem Gegenüber verurteilt zu werden, nachdem er die Chance bekommen hat, das Gegenteil zu beweisen. Überhaupt sollte man jemand Neuem immer möglichst unvoreingenommen begegnen. Alles andere ist engstirnig und absolut fehl am Platz!“ Schwer atmend stand ich da und nahm erst jetzt richtig wahr, was ich da gerade getan hatte. Oh Gott! Ich hatte gerade einen Drachen angeschrien und zu allem Überfluss auch noch „engstirnig“ genannt.
Schweigend stand ich da und wartete auf mein (Todes-) Urteil. Ich erwartete nicht, dass Taran diese Vorwürfe so einfach hinnehmen würde. Seine Zähne waren gefletscht und er sah so aus, als ob er sich nur mühsam beherrschen könnte. Ich erwartete bereits, dass er mir im nächsten Moment geradewegs an den Hals sprang oder ich wieder den roten Drachen vor mir hatte. Ich versuchte zu schlucken, aber mein Hals war zu trocken.
Taran stand nur da und musterte mich immer noch mit diesem angriffslustigen Gesichtsausdruck. Dann entspannten sich seine Züge ganz plötzlich wieder. Er wirkte sogar richtig entspannt. Sein Blick wanderte an mir vorbei.
Adrian, der bis eben noch hinter mir gestanden hatte, trat nun neben mich und legte mir einen Arm um die Schulter. Er grinste Taran an und Taran … grinste zurück. Irgendwie verstand ich nun gar nichts mehr. Was war hier los? Vor meinen Augen hatte sich der wilde Löwe mit den gefährlich gebleckten Zähnen plötzlich in ein süßes kleines Schmusekätzchen verwandelt. Da konnte doch irgendetwas nicht stimmen, oder?
„Deine kleine Freundin ist ganz schön schlagfertig.“ Taran grinste immer noch. „Kleine Freundin“? Ich war nun wirklich nicht klein!
„Ja, sie kann wirklich sehr überzeugend sein.“ Adrian drückte sanft meine Schulter. Spielte er da eventuell noch auf etwas anderes an? Taran nickte zustimmend. Dann schaute er mich mit etwas sanfterem Ausdruck an.
„Willkommen in unseren Kreisen, den Kreisen der Drachen. Diana.“ Der kühle Ton, in dem er am Anfang meinen Namen ausgesprochen hatte, war einem sanfteren, weicheren Tonfall gewichen. Ich fühlte mich allerdings noch nicht wieder im Stande dazu auch nur ein Wort zu sagen, aus Angst, dass meine Stimme genauso klein klang, wie ich mich gerade fühlte – also doch kleine Freundin?
Meine Wut hatte mich größer gemacht, als ich eigentlich war. Doch jetzt, wo sie verraucht war, schrumpfte ich regelrecht in mich zusammen. Ich fühlte mich wie eine Schnecke, die sich in ihr schützendes Schneckenhaus zurückgezogen hatte und sich noch nicht wieder ganz heraustraute, sondern nur vorsichtig tastend ihre Fühler hinausstreckte.
Es hatte sich gerade so angehört, als ob er mich damit akzeptiert hätte. Immer noch etwas verunsichert schaute ich zu Adrian hoch. Er nickte mir aufmunternd zu. Ich lächelte schwach zurück und sah dann wieder Taran an.
Ich nickte.
„Danke.“
Taran murmelte noch etwas Unverständliches, wandte sich von mir ab und ging in Richtung Tür davon, blieb aber noch einmal stehen. Er drehte sich halb zu uns beiden um und sagte über die Schulter: „Pass gut auf sie auf!“
Dann ging er weiter. Ich wusste nicht, ob das als Warnung oder als brüderlicher Rat gemeint war, aber in dem Moment war es mir egal. Ich hatte es fürs Erste geschafft und nur das zählte.

 

Ihr könnt jeden Tag Lose sammeln und dafür müsst ihr die Fragen, die ihr bei den einzelnen Blogtour-Beiträgen findet, beantworten. Je mehr desto höher ist eure Gewinnchance!

Zu Gewinnen gibt es:
2x "Das Geheimnis des Nebels" als eBook
1x " Das Geheimnis des Feuer" als eBook
und als Hauptpreise gibt es beide Bücher als Printexemplar!

Alle teilnehmenden Blogs findet ihr auf Pia Hepkes Blog.

Heute müsst ihr folgende Frage als Kommentar beantworten, um ein Los zu sammeln:
Was haltet ihr von Taran? Was denkt ihr, ist er für ein Charakter?
 Ich wünsche euch viel Glück und noch viel Spaß bei den letzten Stationen!


Kommentare:

  1. Hallo Mandy,

    nun .O.K. auch wenn ich mich hier wiederholen muss. Ich mag diesen Taran einfach nicht!

    Eine ganz miese Type von Drache bzw. Mensch. Denn in seinem Leben gibt es nur die Welt der Drachen, aber ohne Menschen....nur ein toter Mensch ist wohl in seinen Augen ein guter Mensch.

    Aber er ist auch zu einem Teil Mensch oder kann sich in einen Menschen verwandelt, dass hat doch eine Sinn. Denn nichts auf der Welt geschied ohne Grund und Sinn und ich fände es einfach besser, wenn Taran das Menschsein einfach akzeptieren würde . Er muss sich ja nicht in einen Menschen verhandelt und kann wenn er mag gerne in Drachengestalt leben, aber wenn andere da sind, wäre es schön einfach ihre Anwesenheit akzeptieren und somit als gegeben an zu sehen.

    Motto ..leben und leben lassen!

    LG..Karin..

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  2. Ich kann ihn noch nicht so richtig einschätzen, einerseits scheint er das "schwarze Schaf" unter den Brüdern zu sein, andereseits vermute ich bei ihm eine Vergangenheit, die ihn so hat werden lassen. Hatte er schlechte Erfarungen mit Menschen ? Warum gibt er Adrian den Rat, gut auf sie aufzupassen ? Hat er schon mal jemanden verloren, hat ihn ein Unglück so verbittert und wütend und manchmal auch hinterlistig werden lassen ? Er hat die Farbe rot, rot bedeutet ja nicht nur Liebe, sondern auch Warnung, aber auch Leben, Wärme, Leidenschaft, aber auch Agression und Zorn.
    Mich würde seine Vorgeschichte interessieren, genauso aber sein weiteres Verhalten.

    LG vielleser18

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  3. Ich denke er ist sehr verbittert, aber im Grunde kein wirklich schlechter Drache. Die richtige Person wird ihn bestimmt "knacken" können. In meiner Vorstellung kann das Di sein, vielleicht im Laufe der kommenden Bücher.

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  4. Hallo Mandy,
    für mich wirkt Taran ein wenig zwiegespalten. Zum einen scheint er voller Wut und Feindseligkeit zu stecken, zum anderen aber doch eine Verbundenheit zu seiner Familie zu empfinden. Wenn ich mich noch richtig an den ersten Band erinnere, dann kam er mit Adrian nicht so wirklich gut aus und seine Brüder waren in Sorge, dass er sie verraten könnte.

    LG Petra

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