Montag, 21. Oktober 2013

[Rezension] Maggie Stiefvater- Wen der Rabe ruft

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Blue Sargent wächst in einer Wahrsagerfamilie auf. Seit sie denken kann, wird sie mit einer düsteren Prophezeiung konfrontiert: Wenn sie ihre wahre Liebe küsst, dann wird dieser Junge sterben. Als Tochter einer Wahrsagerfamilie, weiß sie, dass sie Vorhersagen immer zutreffen. Um auf Nummer sicher zu gehen, beschließt sie, als sie sechszehn ist, sich nie zu verlieben.
Doch als sie, wie jedes Jahr am vierundzwanzigsten April, an dem Vorabend des Markustages, einen alten verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt besucht, um mit ihrer Tante, statt wie sonst mit ihrer Mutter, dort Wache zu halten und die Geister der Menschen die im kommenden Jahr sterben werden zu notieren, passiert das Unfassbare. 
Blue, die sonst keine Geister sehen kann, sieht den Geist eines Jungen. Als sie mit ihm spricht erfährt sie, dass er Gansey heißt und an seiner Uniform erkennt sie, dass er die Aglionby Academy besucht. Es gibt nur zwei Gründe, warum Blue diesen Geist sehen kann. Entweder ist sie seine wahre Liebe oder sie wird ihn töten, was dank der Prophezeiung aufs Gleiche hinausläuft...

Als großer Fan von Maggie Stiefvaters Büchern, konnte ich es gar nicht erwarten ihr neuestes Buch zu lesen. Unter dem Klappentext konnte ich mir nicht viel vorstellen, da dieser nur einen Bruchteil des gesamten Buches wiedergibt, was ich aber gut finde. Meine Erwartungen waren sehr hoch, aber schon ab der ersten Seite konnte mich das Buch fesseln und viel zu schnell war es beendet.

Maggie Stiefvater schafft es immer wieder mit innovativen Ideen, die einfach anders sind, zu überzeugen. Ich liebe es einfach, dass man bei ihren Büchern nicht das Gefühl hat, so etwas schon hundertmal gelesen zu haben.
Der ganze Plot kann überzeugen und weist einen Tiefgang auf, wie es nur selten der Fall ist. Vom Klappentext her, denkt man zuerst an eine einfache Liebesgeschichte mit Fantasyelementen, doch hinter dem Ganzen verbirgt sich so viel mehr. 

Schon alleine durch Perspektivwechsel zwischen Blue, Gansey, Ganseys Freund Adam und einem Lehrer von Gansey, die aus der personalen Erzählperspektive geschildert werden, gibt es in dem Buch faszinierende Einblicke, die zuerst keinen Zusammenhang zu haben scheinen, aber im Nachhinein alle wichtig und sinnvoll für den Plot sind. Erst nach und nach entfaltet sich der gesamte Ideenreichtum von Maggie Stiefvater.
Die Liebesgeschichte ist so ganz anders als erwartet und taucht eher im Hintergrund auf. Dazu entwickelt sie sich auch nicht so, wie ich vorher gedacht hätte und so kommt das Buch ganz ohne Kitsch und Klischees aus. 

Doch am herausragendsten sind die Protagonisten und die Verstrickungen untereinander, sowie die Entwicklungen jedes Einzelnen. 
Da wäre einmal Blue, die in einer Wahrsagerfamilie und damit mit dem Übernatürlichen aufgewachsen ist. Sie selber verfügt aber über keinerlei hellseherische Fähigkeiten, sondern kann nur die Talente ihrer Familie verstärken. Sie war mir vom ersten Moment an sympathisch, weil sie durch ihre teils schlagfertige und humorvolle, aber auch kritische und ernste Art überzeugen kann. Sie ist nicht perfekt und manchmal etwas aufbrausend, aber sie hat ihr Herz am rechten Fleck und konnte mich völlig überzeugen.
Gansey fand ich dagegen zuerst sehr unsympathisch, weil er sehr herablassend auftritt, doch schnell wird klar, dass es alles nur Fassade ist und er so einige Probleme hat. Am liebsten würde er seinen Freunden das Leben so einfach, wie möglich machen, doch stellt er sich dabei oft ganz schön ungehobelt an. Da seine Eltern reich sind, hat er einen ganz seltsamen Bezug zum Geld, aber nach und nach machte es mir großen Spaß mehr über ihn zu erfahren.
Und auch seine drei Freunde, die anderen Raven Boys, Adam, Noah und Ronan konnten mich überzeugen.
Jeder hat seine eigene Geschichte und ist mehr als tiefgründig. Die einzelnen Schicksale konnten mich fesseln und bewegen und manchmal auch schocken und mehr als überraschen.
Jederzeit musste ich einfach mit ihnen mitfiebern und fühlen.

Neben der Fantasygeschichte hat das Thema Freundschaft, vor allem unter den Raven Boys, einen hohen Stellenwert in "Wen der Rabe ruft", aber auch Konflikte und Zweifel werden eindrucksvoll beleuchtet. Das zwischenmenschliche Miteinander gehört zu den Aspekten, die mir am besten gefallen haben. Maggie Stiefvater beherrscht es einfach Gefühle zu vermitteln.
Die eigentliche Haupthandlung beginnt erst recht spät und auch sonst ist das Buch recht ruhig, dafür aber durchweg faszinierend und fesselnd. 

Schnell wird eine vielschichtige, dichte und teils sehr mystische Atmosphäre aufgebaut, die einfach überzeugen kann.
Das liegt vor allem an dem wunderbaren und außergewöhnlichen Schreibstil von Maggie Stiefvater. Sie schreibt sehr poetisch und teils doch recht ungewöhnlich, aber gerade ihr außergewöhnlicher Stil gefällt mir so an ihren Büchern.
Er passt wunderbar zu der mystischen Idee, die hinter allem steckt.

Zusätzlich zu allem anderen hat es mir gefallen, dass ich oft in die Irre geführt wurde und mich Maggie Stiefvater immer wieder überraschen konnte. 
Zum Ende hin wird die Handlung richtig spannend und vor allem der letzte Satz lässt mich hoffen, dass ich nicht zu lange auf den Folgeband warten muss. Denn er ist ein Cliffhanger, der viele Fragen aufwirft. Und auch sonst bleiben viele Dinge ungeklärt, aber da es sich hierbei um eine Tetralogie handelt, werden sich die offenen Fragen bestimmt in den nächsten Bänden aufklären.

"Wen der Rabe ruft" ist anders und das finde ich gut so. Durch Tiefgang, einzigartige Protagonisten und einer dichten, vielschichtigen und teils mystischen Atmosphäre, ergänzt durch einen poetischen und außergewöhnlichen Schreibstil, konnte mich das Buch trotz seiner eher ruhigen Handlung fesseln.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der nach etwas Besonderem sucht, denn für mich war "Wen der rabe ruft" etwas ganz Besonderes und wird es wohl immer bleiben.




  • Hierbei handelt es sich um den 1. von 4 Bänden.
  • Band 2 "The Dream Thieves" ist im Original bereits erschienen: Klick
  • Hier findet ihr eine Leseprobe zum 1. Band: Klick
  • Die deutsche Homepage zu Maggie Stiefvater ist hier zu finden: Klick
  • Und hier ihre Originalhomepage: Klick
  • Die Autoreninformationen sind hier zu finden: Klick

Kommentare:

  1. Huhu :)
    Deine Rezension ist toll! Das Buch steht noch auf meiner WuLi, ich bin gespannt wie es ist *.*
    Ich mag ja die Maggie Stiefvater Bücher :3

    Lg Nenya

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    1. Huhu Nenya,
      danke. <3 *rot werd*
      Ich hatte bei der Rezension echt Probleme meine Begeisterung in Worte zu fassen, vor allem da ich weiß, dass einige das Buch lanweilig fanden. xD
      Aber es fand es so genial. <3
      Liebe Grüße
      Mandy

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  2. Hallo Mandy,

    wirklich gelungene Rezension, die ich genau so unterschreiben kann. Genau so habe ich das Buch auch empfunden.

    Was mir im Nachhinein aufgefallen ist: Bzgl. der Charaktere habe ich keinen wirklichen Liebling. Ich finde die Charaktere allesamt sehr faszinierend, wobei Ronan am meisten plorisiert hat. Er hat dieses gefährliche und düstere an sich. Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht.

    LG
    Anja

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  3. Hi Anja.
    Vielen Dank, das freut mich sehr. ;)
    Ich stimme dir da auch völlig zu und vor allem der letzte Satz macht mich auf Ronan noch neugieriger.
    Liebe Grüße
    Mandy

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  4. Huhu,
    ich lese das Buch gerade und finde deine Rezi wirklich toll :)
    Jetzt bin ich noch mehr auf das Ende gefasst ^^ denn bisher ist die Geschichte (zum Glück) nicht sehr vorhersebar ich frag mich immer was wohl im nächsten Kapitel kommt.
    Den Buchtrailer kannte ich noch gar nicht... ^^

    P.S.
    Vielleicht hast du ja Lust bei meinem Gewinnspiel teilzunehmen?
    Zu gewinnen gibt es ein TB deiner Wahl im Wert von 10,00, einen Thalia Gutschein oder ein Schmucklesezeichen :)
    http://bountysbuecherwelt.blogspot.de/2013/10/gewinnspiel-mit-tollen-preisen-thalia.html

    Liebste Grüße ♥

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  5. Huhu,
    danke, das freut mich sehr. Stimmt, das Buch ist so richtig schön unvorhersehbar und ich liebe den Buchtrailer. ;)
    Bei deinem Gewinnspiel schaue ich mal vorbei.
    Liebe Grüße
    Mandy

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