Montag, 7. April 2014

[Rezension] Johannes Groschupf- Der Zorn des Lammes

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Jazz zieht nach Berlin um da nochmal ganz von vorne anzufangen. Ihre Eltern sind davon alles andere als begeistert, weil Berlin nicht mal ebend in der Nähe ist. Doch sie lässt sich davon nicht abbringen und findet schließlich ein Zimmer in Berlin. Zuerst möchte sie sich in Berlin eingewöhnen und dann beginnt ihr Praktikum beim Tagesspiegel. Milan sieht sie zum ersten Mal beim Bus fahren. Als sie schließlich beim Tagesspiegel anfängt, arbeitet er da als Tellerwäscher in der Kantine. Sie kennt ihn nur flüchtig, doch er sieht alles in ihr. Milan ist besessen und möchte sie ganz für sich alleine haben. Jazz ahnt nicht, was sich hinter seiner schüchternen und ruhigen Fassade versteckt und dass er ein dunkles Geheimnis verbirgt...


"Der Zorn des Lammes" ist mir direkt durch das eindrucksvolle Cover aufgefallen und obwohl ich nicht viele Thriller lese, hat es direkt meine Neugierde geweckt. Es war mein erstes Buch von Johannes Groschupf und so ließ ich mich einfach mal überraschen.

Der Einstieg ins Buch ist gut gewählt, weil man zuerst Jazz kennenlernt, die seit kurzem in Berlin lebt und erklärt, wie es dazu kam. Die Handlung wird dabei aus ihrer Ich-Perspektive geschildert, was mir gut gefällt. Sie lebt in eine Wohngemeinschaft mit der Russin Dasha, die ihre einzige Bekannte in Berlin ist und gewöhnt sich so langsam ein.
Sie ist eine naive, aber sehr sympathsiche Protagonistin, die mit Schuldgefühlen zu kämpfen hat, weil ihr jüngerer Bruder ertrunken ist, als sie auf ihn aufpassen sollte. 

Nachdem mal als Leser Jazz kennengelernt hat, gibt es einen Perspektivwechsel und man lernt Milan kennen. Sowieso wechseln sich die beiden Perspektiven immer wieder ab, was ich sehr passend finde.
Allerdings ist Milans Perspektive, die ebenfalls aus der Ich-Perspektive geschildert wird, keine einfach Kost, da er unter dem Liebeswahn leidet und nach drei Jahren in der Psychatrie geflohen ist. Er hat ein komplett gestörtes Weltbild und ganz eigene Ansichten. Allem voran, dass er Jazz liebt und sie alles für ihn ist, obwohl sie ihn nicht kennt. Dabei spinnt er sich alles so zurecht, dass es in seinen Wahn passt. Diese Abschnitte musste ich zwischendurch unterbrechen, weil es mir zu viel wurde.
Dennoch ist seine Psychose perfekt ausgearbeitet und passend, nur nicht leicht zu verdauen.

Als Jazz und Milan sich langsam näher kommen, ahnt man als Leser schon Böses, dennoch konnte mich das Buch überraschen und in seinen Bann ziehen. Besonders gut gefällt mir, wie Jazz sich entwickelt, obwohl sie Schlimmes erlebt, gibt sie nicht auf.

"Der Zorn des Lammes" ist ein Buch, dass unter die Haut geht, was nicht zuletzt an dem ausdrucksstarken und fesselndem Schreibstil liegt. Dennoch sollte das Buch meiner Meinung nach nicht gelesen werden, wenn man unter 16 Jahre alt ist, da es selbst mir als erwachsener Leser zu schaffen machte und lange beschäfitgte. Was bei der Thematik einserseits gut ist, aber junge Leser könnten davon meiner Meinung nach verstört werden.

Trotz der geringen Seitenzahl hat Johannes Groschupf hier einen eindrucksvollen Thriller erschaffen, der sich ausgiebig mit dem Liebeswahn und seinen Folgen befasst und außerordentlich gut und authentisch ausgearbeitet ist.
Das Ende ist abgeschlossen und rundet dieses durchweg gelungene Buch gut ab.


"Der Zorn des Lammes" ist ein Thriller, der das Thema Liebeswahn eindrucksvoll schildert und unter die Haut geht. Er hat mich auch lange nach dem Lesen noch beschäftigt und obwohl ich ihn durchweg gelungen finde, empfehle ich ihn erst für Leser ab 16 Jahren, weil das Thema psychisch sehr belastend sein kann.

  • Hierbei handelt es sich um einen Einzelband.
  • Eine Leseprobe habe ich nicht gefunden.
  • Auf der Verlagsseite, gibt es ein Video-Interview mit dem Autor zum Buch: Klick
  • Über ihn erfahrt ihr hier mehr: Klick

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