Dienstag, 11. November 2014

[Hörbuch-Rezension] "Hüter der Erinnerung" von Lois Lowry

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Jonas lebt in einer auf den ersten Blick perfekten Welt. Es gibt keine Kriege, kein Leid, alles ist geregelt und das ganze Leben der Menschen vorbestimmt. Auch Jonas Leben geht seinen geregelten Weg, doch als er als "Hüter der Erinnerung" ausgebildet werden soll, erfährt er schreckliches über seine Welt und das absolute Gleichförmigkeit nicht die beste Lösung ist. Er und die Menschheit müssen dafür einen hohen Preis zahlen und schnell zweifelt er an dem Sinn dahinter...


"Hüter der Erinnerung" ist ein Buch, das mir vor dem Kinofilm völlig entgangen ist. Schon 1993 hatte Lois Lowry mit "The Giver" eine Dystopie erschaffen, die sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzt und in der klar wird, wie wichtig Individualität ist und das eine auf den ersten Blick perfekte Welt auch ihre Schattenseiten hat. Es beschreibt alles sehr sozialkritisch, was zum Nachdenken anregt und mir gut gefallen hat.

Das Hörbuch beginnt damit, dass man Jonas kennenlernt und nach und nach die Welt in der er lebt. Er ist in dem Alter, dass ihm sein zukünftiger Beruf mitgeteilt wird. Er darf darüber nicht selber entscheiden und ist deshalb nervös. Der Lebensweg der Menschen ist vorherbestimmt und keiner darf selber darüber entscheiden. Die Menschen wissen nicht einmal mehr, was Liebe ist und haben für das friedliche Leben so einiges aufgeben müssen.
Allerdings fehlen mir ein paar Hintergrundinformationen dazu, wieso seine Welt so ist, wie sie ist. Das wird eher oberflächig behandelt und der Fokus liegt auf der Kritik der Gesellschaft und darauf, wie Jonas Meinung sich ändert.

Denn eigentlich war er mit seinem Leben ganz zufrieden, bis er der neue "Hüter der Erinnerung" werden soll und dieser ihm die Wahrheit zeigt. Jonas ist ein sehr sympathischer Protagonist, der zuerst etwas flach und stereotyp erscheint, sich dann aber verändert und eine überzeugende Entwicklung durchmacht, die ihm einiges an Tiefgang verleiht.
Alle anderen Menschen in dem Hörbuch sind Nebenfiguren und man lernt sie nur am Rande kennen. Einzig der momentane "Hüter der Erinnerung" ist wichtig und wird näher beschrieben.

Das Hörbuch ist insgesamt sehr ruhig und weniger spannend, kann aber dennoch fesseln und begeistern.
Es wurde von Monica Bleibtreu sehr überzeugend gesprochen und man kann ihrer Stimme sehr gut folgen. 
Der Schreibstil ist insgesamt eher kindlich gehalten und man merkt, aber dass das ursprüngliche Buch schon etwas älter ist. Dennoch wird alles mit wenigen Worten sehr eindringlich und überzeugend geschildert und es ist leicht und locker geschrieben.

Das Ende des Hörbuches konnte mich insgesamt überzeugen, allerdings bleiben sehr viele Fragen offen, was ich etwas schade finde, aber vielleicht werden diese ja im Folgeband geklärt.


"Hüter der Erinnerung" gehört trotz oder gerade wegen seines Alters für mich zu den besseren Dystopien, auch wenn der Fokus weniger auf der Spannung liegt. Es ist ein sozialkritisches Werk, das dennoch gut unterhalten kann und ganz nebenbei zum Nachdenken anregt.
Das Hörbuch ist sehr angenehm zu hören, lässt aber viele Fragen offen. Ich kann es dennoch empfehlen, auch wenn manchen Hörern die Spannung fehlen dürfte.

  • Hierbei handelt es sich um den ersten Band von vier.
  • Es ist das Hörbuch zum Kinofilm "Hüter der Erinnerung - The Giver".
  • Das gleichnamige Buch ist beim dtv erschienen: Klick
  • Eine Hörprobe dazu findet ihr hier: Klick
  • Und hier eine Leseprobe: Klick
  • Über die Autorin erfahrt ihr hier mehr: Klick
  • Und hier über die Sprecherin: Klick

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