Dienstag, 25. August 2015

[Rezension] "Raubzug des Phoenix" von D. B. Granzow


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Hayden lebt in einer Welt, in der es nicht mehr viele Menschen gibt. Die Menschen, die nicht in den Städten leben, meiden sie, doch dreimal im Jahr dürfen Menschen ihrer Siedlung in die Stadt und ohne Strafe dort plündern. Doch nicht jeder kehrt wieder zurück in die Siedlung, da die Reise lang und beschwerlich ist. Hayden weiß nur wenig über die Stadt, die stets eine Bedrohung darstellt. Doch als ihr Cousin und ihr bester Freund Yisle ausgewählt werden an der Plünderung teilzunehmen, beschließt sie, dass es so nicht weitergehen kann und versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Doch was passiert wirklich in der Stadt und ihn der Welt in der sie lebt?


"Raubzug des Phoenix" ist ein Buch, das mir wohl in den Unmengen der Indie-Veröffentlichungen entgangen wäre. Ich bin ehrlich, hätte der Autor mich nicht auf sein Buch aufmerksam gemacht, hätte ich es wohl nicht gelesen, aber dann wurde ich neugierig, weil ich Dystopien immer noch gerne lese und die Leseprobe ansprechend war. Jetzt bin ich froh, dass ich es gelesen habe, da es mir insgesamt gut gefallen hat.

Es beginnt damit, dass man Hayden begleitet, die Wasser holen muss und man sie und ihre Siedlung näher kennenlernt. Ihre Mutter ist totkrank und auch sonst sind viele Menschen in ihrer Siedlung am Fieber gestorben. Man erfährt in was für einer Welt sie lebt und dass viermal im Jahr die Plünderung stattfindet, die zuerst seltener war. Die Kinder in ihrer Siedlung trainieren von klein auf dafür den langen und gefährlichen Weg in die Stadt zu schaffen und dort Dinge zu besorgen, die ihre Familien brauchen. Schnell wird jedoch klar, dass mehr dahinter steckt und die Stadt ein unglaubliches und grausames Geheimnis verbirgt. 
Mir war schnell klar, was die Städter damit beabsichtigen, jedoch nicht warum. Das wird erst im Laufe des Buches geklärt und die Erklärung ist zwar schockierend, aber einleuchtend. Hier tun sich menschliche Abgründe auf, die nicht ohne sind.
Der Plot ist gut durchdacht und auch der Weltenentwurf konnte mich überzeugen. In der Stadt ist alles hochmodern, bei den Siedlungen und generell außerhalb der Stadt gibt es keine Technik und nicht mal fließend Wasser. Alles ist wie vor hunderten vor Jahren. Gegensetzlicher könnten die Menschen nicht leben.

Hayden ist die typische naive Protagonistin, die denkt, dass die Plünderungen gut für ihre Siedlung sind und auch sonst mehr in ihrer eigenen Traumwelt lebt. Erst nach und nach wird ihre Naivität durchbrochen und sie entwickelt sich zu einer starken Protagonistin. Am Anfang hat sie mich etwas genervt, weil sie nur wenig hinterfragt hat und nie weit genug denkt. Doch im Laufe des Buches ist sie mir ans Herz gewachsen. Es gibt die verschiedensten Charaktere im Buch, die allesamt überzeugen können.

Der Schreibstil allerdings ist gewöhnungsbedürftig. Ich kann nicht mal genau sagen, woran es liebt, aber vor allem zu Beginn fand ich alles etwas holprig zu lesen. Doch nach kurzer Eingewöhnungszeit flogen die Seiten nur so dahin und vor allem wie alles beschrieben wird, hat mir gut gefallen. Das Buch wird aus Haydens Perpektive geschildert (personaler Erzähler), was durch ihre Naivität erst sehr nervig war, aber doch sehr gut passt. Emotionen werden wunderbar übermittelt und auch sonst lässt es sich nicht schlecht lesen.

Den Anfang fand ich etwas langweilig und erst als Hayden beschließt ihre Siedlung zu verlassen, konnte mich das Buch richtig fesseln, aber ab da fand ich es spannend und gut, auch wenn manches einfach vorhersehbar ist. Das Buch ist zwar längst nicht perfekt, aber insgesamt doch ein gutes Debüt mit viel Potenzial. Das Ende bietet einige Möglichkeiten für den Folgeband und ich bin gespannt, wie es weitergehehen wird.
   

"Raubzug des Phoenix" ist zwar längst nicht perfekt, aber dennoch einen Blick wehrt. Dystopiefans sollten diesem Debütroman auf jeden Fall eine Chance geben, da er mich in vielen Punkten doch überzeugen konnte und es mir insgesamt gut gefallen hat. Und so bekommt das Buch von mir trotz meiner Kritik sehr knappe vier Sterne.

 
  • Hierbei handelt es sich um den 1. Band einer Trilogie.
  • Eine Leseprobe dazu findet ihr hier: Klick
  • Über den Autor erfahrt ihr hier mehr: Klick
  • Die Homepage des Autors findet ihr hier: Klick

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