Mittwoch, 13. April 2016

[Rezension] "Mein bester letzter Sommer" von Anne Freytag


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Die 17-jährige Tessa hat immer ein völlig durchgeplantes Leben geführt, doch war sie bisher nie verliebt und hat nie etwas gewagt. Sie dachte immer, dass sie noch Zeit hat. Doch sie war schon immer todkrank und nun wird dieser Sommer wohl ihr letzter sein. Voller Wut, Selbstmitleid, Verzweiflung und Angst verbringt sie ihre Tage alleine und zurückgezogen in ihrem Zimmer, bis sie Oskar trifft. Er schafft es sie aus ihrer Zurückgezogenheit zu befreien und schenkt ihr den besten letzten Sommer den sie sich vorstellen kann.


"Mein bester letzter Sommer" gehört zu den Büchern, die ich eigentlich nicht gerne rezensiere, weil es für mich immer schwer ist meine Gefühle, bei Büchern in denen die Protagonisten todkrank sind, zusammenzufassen. Da ich nah am Wasser gebaut bin, nehmen mich solche Bücher immer besonders mit. Doch "Mein bester letzter Sommer" ist ein ganz besonderes Buch und so versuche ich hier einmal zu beschreiben, wie sehr es mich bewegt, mitgenommen, aber auch zum Lächeln gebracht hat.

Schon alleine der Prolog in dem Tessa in der U-Bahn einen Jungen sieht, an den sie immer wieder denken muss, konnte mich emotional fesseln. Als sie dann beschreibt, wie es für sie anfühlt zu wissen, dass sie sterben muss, konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen. Nicht nur, dass ich ihre Gefühle von Trauer bishin zu Wut mehr als spüren konnte, als würde ich diese Gefühle selber durchmachen, nein, die Trauerphasen, die ich aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit als Kinderkrankenschwester kenne sind hier authentisch und mehr als realistisch dargestellt. 
Als sie dann Oskar trifft, nimmt der Plot eine wunderschöne, wenn auch tieftraurige Wendung.
Durch Oskar wird das Buch nicht nur zu einem Buch über Trauer und den nahenden Tod, sondern auch zu einem Buch über das Leben und die Liebe. Zusammen unternehmen sie einen Roadtrip durch Italien und man verfolgt diese wunderschöne Liebe, die versucht das Beste aus der kurzen Zeit zu machen. 

Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war, wie die Autorin Tessas Krankheit aus ihrer Sicht darstellt. Es ist alles authentisch und so wie ich es kenne dargestellt, aber mit jugendlichen Worten und mit einem Realismus, der seinesgleichen sucht. Dabei beschönigt sie nichts. Sie sagt ganz offen, was Tessa für Schmerzen hat und was sie erwarten wird. Das ist hart, aber einfach passend. Denn Tessa hat ein Loch im Herzen und die Lungenschlagader fehlt und ihre bisherigen Operationen konnten den Tod nur herauszögern und weitere Operationen wird es nicht geben.

Neben der Liebe, Tessas Krankheit und dem Tod, dreht sich das Buch aber auch um Familie, Zusammenhalt und dem Wunsch einmal in einem Leben noch etwas erlebt zu haben. Tessa zögert am Anfang sich auf Oskar einzulassen, weil es grausam wäre, da sie nicht lange zu leben hat, aber wie sich dann alles entwickelt ist einfach toll und wie schon erwähnt emotional.

Der Schreibstil ist ebenfalls mehr als authentisch, leicht und locker, wenn auch teils bedrückend, zu lesen und überzeugend. Alles wird aus Tessas Ich-Perspektive geschildert. Später gibt es Perspektivwechsel in denen man Oskars Perspektive geschildert bekommt, was mir sehr gut gefallen hat.
Ebenso ist es mir mit den Protagonisten ergangen. Sie sind realitisch, authentisch und tiefgründig ausgearbeitet. Einzig wie schnell Tessa sich in Oskar verliebt ohne ihn zu kennen, finde ich etwas übertrieben, aber das kann auch gut daran liegen, dass sie einfach nicht mehr lange zu leben hat.

Das Ende bietet kein Happy End und hat mich lange beschäftigt, dennoch ist es ein Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde. Es ist tieftraurig und auch wunderschön.


"Mein bester letzter Sommer" ist ein ganz besonderes Buch voller Emotionen. Es ist tieftraurig, aber auch wunderschön und ich kann diesen außergewöhnlichen Road-Trip nur empfehlen. Allerdings ist es wirklich keine leichte Kost, aber ich finde wirklich, dass es sich lohnt.
  • Hierbei handelt es sich soweit ich weiß um einen Einzelband.
  • Eine Leseprobe dazu findet ihr hier: Klick 
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Kommentare:

  1. Hallo liebe Mandy,
    Bücher, die bewegen, lese ich immer recht gerne. "Mein bester letzter Sommer" scheint so ein Buch zu sein und deshalb lese ich in letzter Zeit auch schon ganz fleißig Rezensionen dazu und fast überall liest man nur Positives darüber.
    Authentizität und Glaubwürdigkeit ist mit bei derartigen Büchern immer sehr wichtig und ich bin froh zu lesen, dass das hier der Fall zu sein scheint.
    Das dürfte ein Buch ein Buch nach meinem Geschmack sein, vielen Dank für deine tolle Rezension und alles Liebe ♥,
    Janine aus Meine Welt der Bücher

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    1. Huhu Janine,
      dann dürfte dir das Buch wirklich gefallen. ;)
      Liebe Grüße
      Mandy

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  2. Oh je, das klingt nach schwerer Kost. Doch gerade solche Geschichten interessieren mich! Wenn ich das Buch in meiner Buchhandlung entdecke, kommt es sofort mit. Ansonsten werde ich es auf jeden Fall bestellen. Obwohl mich Bücher ohne Happy End immer so mitreißen... Solche Bücher wie dieses hallen lange bei mir nach.
    Liebe Grüße
    Kathi

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    1. Hi Kathi,
      das stimmt, einfach Kost ist es nicht, aber ich finde, dass es sich lohnt. Und solche Bücher müssen meiner Meinung nach nachhallen, aber ich kann dich da verstehen.
      Liebe Grüße
      Mandy

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