Freitag, 21. Oktober 2016

[Hörbuch-Rezension] "Unsterblich" von Jens Lubbadeh


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Die Zukunft des Jahres 2044. Durch eine digitale Welt, die via Hirnchip in den Köpfen der Menschen über die reale Welt gelegt wird, wandeln die Verstorbenen als "Ewige" weiter unter den Menschen. Und wie die Ewigen sich nicht verändern, verändert sich auch alles Andere in der Welt nur sehr wenig.
Als die Ewige von Marlene Dietrich plötzlich verschwindet, wird der Versicherungsangstellte Benjamin Kari von seiner Firma beauftragt, das Verschwinden zu untersuchen, während sich der Betreiber der "blended Reality", die Firma Immortal, zu dem Verschwinden nicht äußert.



Die Geschichte beginnt direkt mit dem Verschwinden von Marlene Dietrich und steigt somit direkt ins Geschehen ein. Dabei wird zu allererst das gesamte System der digitalen Welt, dieser "blended Reality" erklärt. An sich eine sehr coole Idee und Vorstellung, jedoch mit einigen Lücken und Logikfehlern, wenn man weiter darüber nachdenkt.

Der weitere Verlauf der Geschichte ist spannend geschrieben und gibt weiteren Anreiz zum Nachdenken. Die Geschichte nimmt ein paar Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte (positiv), die mir jedoch auch nicht sonderlich gefielen (ich will ja nun nicht spoilern und lass das mal so stehen). Es kommen jedenfalls immer wieder Fragen auf, die sich auch auf die heutige Zeit beziehen lassen.
Was ist menschlich? Was bedeutet der Tod für uns? Wie weit würden wir uns noch von der Technik abhängig machen lassen?
Für meinen Geschmack hätte man noch viel mehr auf diese Fragen eingehen können. Auch durch diese Grundidee entstehenden Probleme werden ein wenig unter den Tisch gekehrt. Wenn “Ewige” wie normale Menschen behandelt werden, warum ist nie die Rede von einer Überbevölkerung? U.s.w.

Im ganzen (Hör-)Buch tauchen immer wieder Personen aus der Geschichte auf, allen voran natürlich Marlene Dietrich. Ich denke es kann bestimmt nicht schaden, von einigen Politikern oder Stars aus Musik und Film schon mal gehört zu haben, jedoch ist es zum Verständnis der Geschichte nicht zwingend notwendig. Die Personen werden denke ich ausreichend beschrieben und im Großen und Ganzen würde sich die Geschichte auch nicht ändern, würde es sich um andere Personen handeln.

Benjamin Kari ist ein interessanter Charakter, der schon seine ganz eigenen Erfahrungen mit den Ewigen gemacht hat. Am Anfang bekommt er den Auftrag mehr über Marlene Dietrichs Verschwinden herauszufinden, doch irgendwann macht er das aus eigenem Antrieb. Er entwickelt sich weiter und trifft auf interessante Menschen.

Zum Sprecher: Mark Bremer überzeugt hier wieder von seinen Fähigkeiten. Von Anfang bis Ende lässt sich gut zuhören und die Charaktere sind an Stimmlage und Art des Sprechens gut erkennbar. So soll es meiner Meinung nach sein.


Ich gebe “Unsterblich” 3 von 5 Punkten. Die Grundidee ist wie oben beschrieben interessant, aber dennoch bleiben mir zu viele Fragen offen. Auch das Ende hat mir nicht so gefallen, dass ich mehr Punkte geben würde. Eine Kaufempfehlung kann ich sicher geben, aber es wäre nun für mich kein Must-have.   




  • Hierbei handelt es sich soweit ich weiß um einen Einzelband.
  • Das gleichnamige Buch ist beim Heyne Verlag erschienen.
  • Eine Hörprobe dazu findet ihr hier: Klick
  • Über den Autor erfahrt ihr hier mehr: Klick
  • Seine Homepage findet ihr hier: Klick

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